Lesenswertes

Auf 1359 Seiten wird die teils verdrängte, von manchen geleugnete deprimierende Geschichte der Deutschen und ihrer Opfer im dritten Reich von Dr. Maximilian Aue erlebt.  Alles, was im Buch passiert, unterliegt seiner Betrachtung. Jonathan Littell lässt ihn akribisch die zwanghaften Abläufe des Krieges, die Untaten der Menschen, Leichenfleddereien,  grausige Szenen, Metzeleien schildern. Kalt und gefühllos nimmt Dr. Maximilian Aue teil, wird zum mechanisch handelnden Mörder und zum halluzinierenden Kranken. Warum konnte das Buch keine optimistischen Ausblicke geben? Weil Maximilian Aue seine ganz persönliche wahnwitzige Geschichte erzählt. Er ist überall, an allen Orten des Krieges, erlebt und lebt aus seiner subjektiven Betrachtung heraus. Er denkt logisch, hochgebildet und krank, ist abgkoppelt von jeglichem menschlichen guten Gefühl. Sein Vater war grausam, seine Mutter kalt, fordernd, beleidigend und  herzlos, seine Schwester das Größte, das Unerreichbare. Die Gesellschaft profitierte vom und produzierte für den Tod. Sie ideologisierte den Hass und den Übermenschen.
Mit Dr. Maximilian Aue hat Jonathan Littell gezeigt, wie man  zum  Aktiven in einem todbringenden System wird, wie man sein eigenes Leben ruiniert und das anderer Menschen zerstört.

Menschen, lest dieses Buch und ihr werdet mehr über uns erfahren….

Interview mit dem Autor

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Kommentare zu: "Jonathan Littell „Die Wohlgesinnten“" (1)

  1. […] für die Konzentrationslager herstellte. Den Namen dieser Firma habe ich erstmals in dem Buch “Die Wohlgesinnten” von Jonathan Litell erfahren. Ich frage mich,  wie verquickt wir alle auch heute noch mit diesem […]

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