Lesenswertes

Archiv für Juli, 2008

Die Belohnung

In der Straßenbahn  sitzend, lese ich mit gemischten Gefühlen:

Eine Abiturientin – Abiturdurchschnitt 1,0 – wird als Superschülerin präsentiert. Sie strahlt im Ballkleid mit  perfekter Frisur und passendem Makeup vom Foto in die Augen der Leser, ein schönes junges Mädchen.

Sie berichtet stolz, dass sie fleißig gelernt hat , weil ihr Vater sie sehr unterstützt hat, indem er ihr Prämien, also höhere Geldbeträge für gute Noten versprochen und gegeben hat

Sollte man den Schülern und Schülerinnen Prämien versprechen, damit sie gute Arbeiten abliefern ?

Ich schau den Mädchen nach , die aussteigen und zur Berufsbildenden Schule gehen. Nach den Schuhen und der Kleidung zu urteilen, sind die Eltern nicht reich. Ob da am Ende des Quartals Beträge für die Belohnung übrig bleiben ?  Dann wollen diese vielleicht später Kinde erziehen, wie geht das, wenn sie denen dann sagen, ja , wenn ihr fleißig lernt, verdient ihr viel Geld… funktioniert das in diesem Land, frage ich mich in meiner morgendlichen Wohlfühlstimmung, die sich beim Aussteigen und dem Blick in den blaugrauen Himme verstärkt. Gut, dass es nicht so ein heißer Tag wird. Aber die armen Schüler: Da kommen die Ferien und das Wetter dreht sich , als wolle es sich seiner Verantwortung für die Kids entwinden.

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Der Alchimist

Ich haben erst vor wenigen Monaten „Der Alchimist“ von Paolo Coelho gelesen. Auf der Suche nach Philosophie und Gedanken, die mich weiterbringen. kam mir das Buch gerade zur richtigen Zeit in die Hände.
Ganz kurz zum Inhalt: Santiago mag die Schafe, mit denen er durch die Lande zieht und liest  nach seiner Arbeit. Er verlässt sein Land, die vermeintliche Liebe und sucht einen Schatz. Dabei verändert er sich.  Mit der Zeit legt er die Bücher beiseite und lernt auf sich selbst zu achten, die Welt zu betrachten, und zu deuten. Er  begreift, dass  Mut,  Achtsamkeit, kleine Angst,  Liebe und tiefer Glaube an die eigenen Kräfte glücklich machen.

Nachdenkenswerte Sätze sind:

“Welches ist die größte Lüge der Welt? “Es ist diese: In einem bestimmten Moment unserer Existenz verlieren wir die Macht über unser Leben, und es wird dann vom Schicksal gelenkt. Das ist die größte Lüge der Welt!”

“Jetzt, wo ich sie und meine unzähligen Möglichkeiten kenne, werde ich mich noch elender fühlen als zuvor. Denn nun weiß ich, dass ich alles haben könnte, aber ich will nicht.”

“… daß es in der Welt eine Sprache gab, die jeder verstand…. Es war die Sprache der Begeisterung, des Einsatzes mit Liebe und Hingabe für die Dinge, an die man glaubt oder die man sich wünscht.”

Wer dem, was er tut, ganz nahe ist, mit seinen Wünschen u.s.w. ist am glücklichsten ….

“Wenn du etwas ganz fest willst, wird das ganze Universum darauf hinwirken, daß du es verwirklichen kannst.”

Mein Lieblingssatz lautet:

“Ich bin eine Wüstenfrau und bin stolz darauf. Mein Mann soll sich frei bewegen wie der Wind, der die Dünen bewegt. Auch ich will meinen Mann in den Wolken, den Tieren und dem Wasser sehen können.”

Für mich habe ich die genialste Definition von Liebe in der Literatur gefunden :

“Die Liebe ist die Kraft, die die Weltenseele verwandelt und veredelt. … wenn wir lieben, wollen wir stets edler werden, als wir sind.

Paolo Coelho ist mein Lieblingsautor. .

Suizid

Eine Bekannte wollte sich umbringen. Ich habe ihre Nähe gesucht, wollte erfahren, warum sie sich selbst sowenig mag, sowenig wert ist, dass sie sich sogar umbringen will.  Es war eines dieser Gespräche, für die es sich lohnt, zu leben.