Lesenswertes

Was ist passiert? Wer treibt die Wellen über den Strand? Herr Reich – Ranicki (siehe Homepage) sollte während der Verleihung des großen Fernsehpreises 2008 für sein Lebenswerk geehrt werden. Als man ihm das Wort erteilte, nahm er den Preis nicht an. Ursprünglich war es ihm nicht unsympathisch, geehrt zu werden. Wäre er denn sonst der Einladung gefolgt ?  Aber so geschah es, wie es kommen musste: Nach vielen nichtssagenden, langweiligen Worten, zwielichtigen Preisträgern, stammelnden Siegern des Abends, dem immer unerträglicheren Warten auf den Augenblick, und dem Dilemma eines harten Stuhls, platzte Herrn Reich -Ranicki der Kragen.

Elke Heidenreich schreibt in der FAZ, sie hätte dem Gott des Zornes, die Laudatio gerne gesprochen und gab deutlich zu verstehen, dass es ein Fehler war, sie bei der Auswahl zu übergehen. Sie hätte dem Altmeister der Literaturkritik und dem  Bestsellerautor M.R-R. mit bilderreichen Worten gedankt.  Schade, dass es nicht soweit kommen konnte: Hätte sie doch ein wertvolles erzieherisches  Erlebnis  geschaffen, nur mit Worten, und Gedanken, die zeigen, wie Menschen miteinander umgehen, wenn sie tatsächlich aneinander interessiert sind.

Frau Elke Heidenreich erinnert mich an die kluge Bauerntochter aus einem der Märchen der Gebrüder Grimm. Sie hat aus meiner Sicht Recht, wenn sie sagt, Herrn Ranicki habe man Unrecht getan, die Veranstaltung sei seiner unwürdig, die Halle zu unpersönlich, und der Versuch Hollywood kopieren zu wollen, vermessen. Die kluge Bauerntochter heiratete einen König zur Belohnung für ihre Klugheit. Wer belohnt Frau Heidenreich? Ich freue mich auf ihre nächste Sendung.

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Kommentare zu: "Marcel Reich Ranicki und Elke Heidenreich" (3)

  1. Beide haben recht, beide werden nichts ändern. Und Frau Heidenreich als Fernsehschaffende ist für mich im übrigen ein Teil des Problems. Zwar gibt es durchaus noch oberflächlichere Sendungen über Bücher als die ihre, doch kann man nicht daraus folgern, daß ihre gut wäre. Allerdings soll „Lesen!“ unabhängig von ihrem Kündigungsbegehren eh schon auf dem ZDF – internen Prüfstand stehen.

  2. Ja, so ist es dann geschehen und das ZDF hat sich distanziert von Elke Heidenreich. Ihre Sendung „Lesen“ habe ich nie gesehen,waren die nicht nur für Brigitte Leserinnen..?
    Egal,einiges was sie geschrieben hat in ihren Bücher, gefällt mir außerordentlich gut.
    Das sie ihre Meinung über deutsches,öffentlich,rechtliches TV äußert, trifft meine volle Zustimmung.Ich würde es als blutleer,mutlos & banal bezeichnen.Und der „Gummibärchen Fraggle“ geht mir schon länger auf den Geist.Also Hut ab Elke,denn chinesische Verhältnisse brauchen wir in der BRD nicht,nur weil wir diese, aus profitgierigem Verhalten heraus,legitimieren.Falls du mal in die Heimat (Kassel) kommst Elke,gib Laut,dann spendier ich dir einen warmen Kakao! LG Arno

  3. Sicherlich hat sie mit ihrer Kritik recht. Doch das Ausmaß und die Form zeugen auch von einer „beleidigten Leberwurst“, wie es andersort bereits beschrieben wurde. Doch ist dies auch zweitrangig, weil in richtiger Schärfe auf eines der größten Probleme in unserem „bildungsarmen“ Land hingewiesen wurde.

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