Lesenswertes

So kam es, wie es kommen musste. Kritik bringt selten Freunde. Literaturkritiker sind es gewohnt zu kritisieren, sie leben teilweise davon, das Haar in der Suppe zu entdecken. Elke Heidenreich beschrieb die Veranstaltung zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2008 – sie fand am 11. Oktober statt –  mit Attributen wie: jämmerlich, grottendumm, arm, verblödet, kulturlos und lächerlich, um Herrn Reich Ranickis Ablehnung des Preises für sein Lebenswerk erklärbar zu machen. Weiter sagte sie: „Man schämt sich, in so einem Sender zu arbeiten. Sie erwähnte auch, dass man sie ja nun entlassen könnte, gaubte aber vielleicht nicht daran, dass man ihr das antun würde, denn sie lud Thomas Gottschalk, den sie noch vor wenigen Tagen für unfähig und uncharmant erklärt hatte, zu einer „Versöhnungsrunde?“ in ihre Sendung ein. Er war mehr als „verschnupft“ und lehnte die Einladung ab. Die Intendanten des ZDF beenden nun den  Arbeitsvertrag mit Frau Heidenreich als Moderatorin  „mit sofortiger Wirkung“. Herr Thomas Bellut, der Programmdirektor vom ZDF, sagt, dass nach diesem Vorfall ein  Vertrauensbruch zwischen dem ZDF und Frau Heidenreich bestehe. Es könne auf dieser Basis keine weitere gedeihliche Zusammenarbeit geben.  Einige wenige Buchverlage kritisieren nun das Verhalten des ZDF in Form eines offenen Briefes. Sie begründen ihren Widerspruch: Nur  wenige gibt es im deutschen Fernsehen, die sich für die Lese- und Buchkultur so eingesetzt haben wie Frau Heidenreich. Zu den Unterzeichnern gehören: Joachim Unseld von der Frankfurter Verlagsanstalt, Helge Malchow von Kiepenheuer & Witsch und Marcel Hartges Vertreter von  Dumont. Frau Heidenreich ist 65 Jahre alt und eine intelligente Frau , die vielleicht nicht weise ist. Aber sie versteht viel von Büchern und Autoren. Wenn sie in ihrer Sendung über Bücher redete, in einer unvergleichlichen  freundlichen und humorvollen Art, zog sie uns in ihren Bann. Schade, dass es so nicht mehr sein wird. Die Motive eingeschnappter Intendanten kann ich zwar verstehen, aber sie setzen sich meiner Ansicht nach ins Aus und behalten keinen guten Namen in der Affäre. Gäbe es nicht, wenn sie großzügiger über eine weibliche spitze Literatenzunge hinweggehört hätten – jetzt höher Einschaltquoten ? Aber wir Deutschen sind daran gewöhnt, uns gegenseitig zu bestrafen. Ich weiß auch nicht, wer uns das beigebracht hat.  siehe auch:

Literatur: angelehnt an die  OTZ Gera vom 24.10.2008

Advertisements

Kommentare zu: "Das ZDF entlässt Elke Heidenreich" (5)

  1. […] bleibt am Ende? Das Fernsehen ist um eine intelligente Sendung ärmer, die Verantwortlichen des ZDF wollen oder können ihre Fehler nicht sehen und werden ihrem […]

  2. thearcadier schrieb:

    Ich seh das anders. Wenn Frau Heidenreich wirklich so intelligent ist, wieso hat sie dann auf Bildniveau kritisiert? Das war alles völlig substanzloser Kram. Kritik ist immer gut. Das war aber keine Kritik, sondern lediglich ein äußerst primitives Aufplustern. Sogar MRR hat sich davon distanziert, das sollte einem zu denken geben.
    Ich hatte vor einiger Zeit schon mal einen Artikel geschrieben, der jetzt sehr gut dazu passt:

    http://roterhai.wordpress.com/2008/10/23/die-neuen-trendsetter-oder/

    Grüße
    Thearcadier

  3. monalisa50ff schrieb:

    Danke für den Kommentar
    Als ich schrieb, Elke Heidenreich sei intelligent, aber nicht weise, hatte ich im Sinn, dass sie mit ihrer besonderen Intelligenz Bücher viel besser interpretieren kann, als die meisten Menschen in diesem Land.Zum weiteren Verständnis – Ich habe ihr Meinung als harsche Kritik aufgefasst, egal in welches Niveau man die von ihr gewählten Sätze einordnet. Nur : Weise ist sie nicht. Geschieht es nicht oft im Leben, dass unerwünschte Kritiken bei den Empfängern bittere Gefühle auslösen, was zur spontanen bis zur geplanten Abwehr führt?

    freundliche Grüße M.

  4. thearcadier schrieb:

    Ich hatte auf einem anderen Blog einen ähnlichen Artikel gelesen, habe einen ähnlichen Kommentar hinterlassen und eine ähnliche Antwort bekommen. Was liegt da näher als meinen Kommentar ähnlich zu erläutern?
    Also: Kritik ist immer gut. Nur sollte man sich überlegen, wen man wie kritisieren möchte. Es ist auch vielleicht verständlich, dass sie wütend war. Aber das ZDF ist leider keine Freundin oder ein Freund mit dem man sich mal zofft. Wenn ich mich also mit einem so großen Gegner anlege, muss die Kritik, die ich äußere, sitzen. ZACK! Und zwar so, dass sich die Verantwortlichen erstmal die Augen reiben. Und dann kann man mal schauen, wie es weitergeht, Vorschläge erläutern usw. Aber einfach nur auf den Putz hauen über mehrere Tage, das kann nicht gutgehen.
    Alles klar?
    Liebe Grüße
    Thearcadier

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: