Lesenswertes

Besuch

Am 02.02.2009, trafen sich an einem gedeckten Tisch, bei dampfendem Kaffee, Männer und Frauen des „Wohnhauses Gera“ mit der amtierenden Ministerpräsidentin Thüringens,  Birgit Dietzel,  und Christine Lieberknecht, der Sozialministerin Thüringens.  Die Leiterin des Hauses berichtete, dass damals, als das Heim gegründet wurde, 1992, in Gera Lusan in einem 5 geschossigen Plattenbau Wohnungen angemietet wurden, für hilfebedürftige Erwachsene, die keine Familie mehr hatten, oder  selbständig wohnen, oder sich aus ungünstigen sozialen Verhältnissen befreien wollten.  Später, 1999, wurde das alte Domizil durch das moderne Wohnhaus der Lebenshilfe Gera in Gera/Altbieblach  ersetzt. Ein Haus mit Einzel- und Zweibettzimmern, mit vier geräumigen Aufenthaltsräumen,  Grün am Haus,  lichtdurchfluteten Räumen, modernen Küchen, Bädern , einem Sportraum und einem kleinen Büro. 40 Menschen mit geistiger Behinderung haben hier ihr Zuhause. 12 Fachkräfte, Zivildienstleistende und einige Hilfskräfte stehen ihnen zur Seite. Teilweise ersetzten sie mit ihrer Zuwendung die fehlende Familie. Aus dem psychiatrischen Pflegeheim „Fritz Koch“ zogen 1999  12 geistig und psychisch behinderte Menschen ein, die sich teilweise asoziale Verhaltensweisen im Pflegeheim angewöhnt hatten. Heute  sind sie im Lebenshilfeheim heimisch und bringen sich ganz menschlich ein, weil sie achtsam begleitet werden und von Freunden und guten Bekannten umgeben sind.  Hier leben die Bewohner miteinander, setzen sich in die gemütliche Couchecke, sind beisammen. Die Eigendynamik bestimmt oft, was dann geschieht. Sie pflegen ihre Haustiere, gehen einkaufen.  Tagsüber arbeiten fast alle in der geschützten Werkstatt, es sein denn, sie sind krank, haben Urlaub, sie sind im Ruhestand oder sie wollen nicht arbeiten. Sie trainieren, selbständiger zu werden, und der Erfolg spricht für sich:  Seit 1992 sind einige (8) wieder in eigene Wohnungen gezogen.  12Bewohner/innen wohnen in Außenwohngruppen, also mit wesentlich weniger Betreuung in einem alten Stadthaus, im Zentrum von Gera. Andere können nicht so selbständig  sein. Deshalb ist das Wohnhaus der Lebenshilfe ihr zu Hause. Das bestätigte auch die Elternvertreterin. Sie weiß heute, dass ihr Sohn  später einen Wohnheimplatz wie diesen haben möchte. in einer ergreifenden Rede appellierte sie an die Politikerinnen, sich ebenso fürsorglich für die besonders hilfebedürftigen geistig behinderten Menschen einzusetzen, wie sie es selbst mit ihrem Sohn der mit einer schweren Behinderung geboren wurde, ein Leben lang getan hat. Also wurde die Zeit am Nachmittag verwandt, um den prominenten Politikerinnen zu zeigen, was es heißt, bei der Lebenshilfe Gera zu wohnen, ihnen etwas von diese Lebensweise zu zeigen. Sie waren beide ganz Ohr, redeten mit den selbstbewußten Gastgebern, besuchten sie in ihren  Zimmern und fühlten sich dabei sichtlich wohl. Ich war als  Gast da.         Mich hat das alles sehr beeindruckt.

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