Lesenswertes

Zitat aus den 1979 erschienenen  „Tagebücher und Briefe“von Maxi Wander:

Januar 1972

„Wenn man jung ist hat man meistens eine gemeinsame Basis, gemeinsame Vorstellungen vom Leben, vielleicht auch mehr Toleranz und eine Menge Ideen. Später lebt man sich radikal auseinander. Die meisten sind zu was gekommen , und ich finde es erschreckend, wie sie auch bei uns verbürgerlichen. Ich merke immer mehr, welch  verschiedene Sprachen die Menschen reden, einer am anderen vorbei, auch unter Freunden. Was dem einen lieb und teuer ist, bedeutet dem anderen nichts. Was dem einen Lebensinhalt bedeutet, ist für den anderen eine Marotte.Und immer deutlicher spüre ich, dass die meisten Menschen ihre ureigensten Probleme und Schwierigkeiten gar nicht sehen, dass sie vollauf damit beschäftigt sind, ihre Kompensationen und ihren Ersatz zu entwickeln, ihre Lebenslüge aufrecht zu erhalten, weil sie nämlich sonst zerbrechen würden. “

Maxie Wander, geb. am 03.01.1933 in Wien, lebte bis zum 22.11.1977 in Kleinmachnow bei Berlin. Ihre tiefgründigen Gesprächsprotokolle mit Frauen verschiedener Art wurden in dem Buch „Guten Morgen, du Schöne“  1977 veröffentlicht. Es wurde in der DDR zu einem vielgelesenen Buch, welches auch als Theaterstück Erfolg hatte.  Maxie Wander erkrankte 1976 an Krebs und starb 1977. Ihre Tagebücher wurden 1979, federführend von ihrem Mann, dem Schriftsteller Fred Wander, veröffentlicht. 1990 und 1996 erschien eine Neuausgabe der Tagebücher unter dem Titel  „Ein Leben ist nicht genug“

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