Lesenswertes

Ein Kapitel Inzest

Der Amstettener Inzesttäter Josef Fritzel, ein tiefgespaltener gestörter Mensch, hat vor Gericht gestanden. Er wurde begutachtet, was das Unfassbare erleuchtet. Als Kind lebte der 1937 Geborene, heute 72 jährige Täter, bei seiner Mutter. Er wuchs zu einem Mann heran, der mit seinem Verhalten signalisierte, was ihn vermutlich von klein auf geprägt hat: Er exhibitionierte, er vergewaltigte , er bemächtigte sich anderer Personen, er  brach deren Willen. Zur Mutter äußerte sich die Gutachterin, wie folgt:  „Er war einer zu Aggressionsausbrüchen neigenden und kaltherzigen, in ihrem Verhalten unkalkulierbaren Mutter hilflos ausgeliefert“. Sie war gleichwohl der einzige Mensch, zu dem er in einer Beziehung stand. Während der Bombenangriffe im 2. Weltkrieg  flüchteten die Hausbwohner in einen Luftschutzkeller. Die Mutter blieb oben in der Wohnung, während  ihr Sohn alleine in den Luftschutzkeller musste. Was im Keller geschah, wie es dem ungeschützten Kind dort erging, lässt sich nur vermuten. Inszenierte er vielleicht 24 Jahre lang ein  Kindheitsmuster, nun allerdings nicht als Opfer, sondern als Aktiver mit einer zerstörerischen  Sexualität und Brutalität?  Er  zeugte  mit seiner Tochter Kinder im Kellerverlies, während seine Frau oben in der Wohnung saß, so wie seine Mutter früher oben in der Wohnung gesessen hat.  Nun wird er vermutlich zu einer Sicherheitsverwahrung und lebenslanger Haft verurteilt werden.       Artikel

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Kommentare zu: "Ein Kapitel Inzest" (2)

  1. Wieder Jemand, der alles auf seine Kindheit zurückführt. Ich weiß nicht, das ist mir zu wenig. Wenn Jemand zum Vergewaltiger oder Mörder wird,kommt immer gleich ein Gutachter, der ihm eine schwere Kindheit bestätigt, oder der Beschuldigte selbst kommt mit dieser Version. Das ist mir zu billig. Fast jeder von uns hatte mal ein mehr oder minder schweres Problem in seiner Kindheit, deshalb sind wir doch noch lange nicht zu Mördern usw. geworden.
    Was von solchen Gutachten zu halten ist, haben wir schon oft erlebt. Dann heißt es, von…. geht keine Gewalt mehr aus, er kann in die Freiheit entlassen werden. Und? An der nächsten Ecke wird die nächste Frau vergewaltigt oder es wird wieder ein Kind ermordet.

  2. Liebe Helga, Was sind die Ursachen ? Diese Frage bewegt mich immer, wenn ich von Grausamkeiten höre. Liegt es am menschlichen Gehirn, von dem wir wenig wissen? In der Verhandlung gegen Fritzel belegte die Psychiaterin eine grausame, aggressive Elternschaft und deren verheerenden Folgen für die Opfer des Täters. Du fragst: Warum sind wir keine Mörder, obwohl wir auch viel erlebt haben? Offensichtlich haben wir nicht so Schlimmes erlebt, oder neben dem Schlimmen auch was Gutes. freundliche Grüße sendet ML50ff

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