Lesenswertes

„Mein Leben“ , die Autobiografie von Marcel -Reich – Ranicki habe ich bereits empfohlen, weil Herr Ranicki ein Zeitzeuge ist, ein kritischer Zeitzeuge und ein guter Schriftsteller. Der Film  spricht die Sprache des Autors  in eindringlichen Bildern. Matthias Schweighöfer spielt den zukünftigen Literaturkritiker  sehr besonnen und still agierend, aber als handlungsfähigen, beherzten  Mann in schweren Zeiten der Not und der Verfolgung. Kritisch habe ich anzumerken, dass man dem jungen     M.R.-R. nicht ansieht, dass ein so „unbarmherzig“ agierender Kritiker aus ihm werden würde.  Seine Frau Teophila ( „Tosia“), gespielt von Katharina Schüttler,  heiratet er schnell und flüchtig  im Warschauer Ghetto, um sie vor dem Transport nach Treblinka zu schützen, was ihm auch gelingt, obwohl nach der Flucht eine fürchterliche, entbehrungsreiche Zeit des Versteckens im Keller des Hauses eines polnischen Ehepaares folgt, mit dem Wissen, dass die Eltern und andere Angehörige ihrer beider  Familien umgekommen sind. Die Liebe zur deutschen Literatur hat M.R.-R. in guten und schlechten Zeiten seines Lebens begleitet und gestärkt. Diese Liebe macht das Buch und den Film so spannend. Ich frage , wie es sein kann, dass ein Mensch, der die höchsten kulturellen Güter der Deutschen so schätzt, beinahe in Treblinka umgekommen wäre, im Auftrag der Deutschen.  Glücklicherweise konnt er fliehen, mit seinem Mädchen, mit dem er bis heute in Frankfurt am Main lebt. Nach dem Film am Freitag Abend folgten Originalaufnahmen mit M.R-R., auch mit seiner Frau. Sie hat ein Buch über die Erlebnisse im Ghetto gestaltet, mit ausdrucksvollen Illustrationen über das Hungern und Sterben der Juden. Dem Journalisten beantwortete sie  hastig rauchend die Fragen. Wer ein Herz für Menschen hat, wird diese Szene mit Rührung empfunden haben. M.R-R. sagte, dass es nicht einen Tag in seinem Leben gab und gibt, an dem er nicht an das Ghetto gedacht hat oder daran denkt.

Aber er liebt die deutsche Literatur, besonders  die klassische und meint, dass das Leben manchmal langweilig sei und dass man diese Langeweile mit einem guten Buch überbrücken kann, womit er wohl Recht hat, der kluge, erfahrene  Mann, Marcel Reich – Ranicki.

Bilder zum Film

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Kommentare zu: "Matthias Schweighöfer spielt Marcel Reich-Ranicki" (6)

  1. Ich finde die Darstellung durch Matthias Schweighöfer richtig gut. Hätte nicht gedacht, dass er das so gut rüberbringt.

  2. Ein schöner Film, obwohl ja die Umstände dieser Jahre alles andere als schön sind.

  3. Gut, dass es gute Filmemacher gibt und dass nach schrecklichen Zeiten gute folgen. f.G. sendet ML50ff

  4. Meine Tochter – eine engagierte Filmfreundin, (siehe meinen Link zu the Gaffer) war bei ihm auch skeptisch. Mir hat seine Herangehensweise, den Menschen R.-R. zu verstehen und die Filmgestalt mit diesem Wissen zu gestalten, sehr imponiert. l.G. sendet ML50ff

  5. Hi, cool post. I have been wondering about this issue,so thanks for writing. I’ll certainly be subscribing to your blog. Keep up the good work

  6. […] Film "Mein Leben" beweisen können, in dem er Marcel Reich-Ranicki darstellt (siehe Monalisa 50ff). Hier der große Moment für Matthias Schweighöfer bei der Goldenen Kamera (mit […]

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