Lesenswertes

Was ist Liebe?

Richard David Precht bezeichnet in seinem Buch „Liebe“ als ein unordentliches Gefühl. Er widerspricht den meisten Autoren vehement und kommt zu einigen Schlussfolgerungen, die etwas anders klingen, als bisher Bekanntes. An einem Beispiel erläutert: Wissenschaftler behaupten in der jüngeren Vergangenheit nach einigen Studien mit Mäusen, dass die Oxytocin-Rezeptoren die Bindungsfähigkeit bei Männern fördern. Im Körper finden mehr Erregung, Zufriedenheit und Geborgenheit  statt, je höher der Ausstoß des Stoffes ist. Precht meint aber: Oxyt0cin hat mit Liebe soviel zu tun, wie Curry mit einem indischen Essen.

Emotionen, die so schnell kommen und gehen , dass man sie kaum halten kann, bieten auch nicht die Grundlage für Liebe. Vielleicht für Verliebtheit.  Wie beschreibt man dann die Liebe? Menschen fühlen. Sie sind sogar erstaunlich beständig, im Gefühl. „Gefühle sind der Klebstoff, der uns zusammenhält. Sie entscheiden darüber, was uns nahegeht“, sagt Precht. Wir erschaffen die Liebe selbst und Kultur prägt die Liebe. Wenige sind mit Märchenprinzen oder Märchenprinzessinnen verheiratet. Unser Bedürfnis und unsere Fähigkeit zu lieben, stammt aus unserer frühkindlichen Prägung und kindlichen Erfahrungen. Die Rolle des Kindes in der Familie, Geschlechterrollen, Aufmerksamkeit die das Kind erhält u.s.w. sind Auslöser für die Art, wie das erwachsen gewordene Kind später liebt. …“Fast automatisch neigen wir dazu, unser ganz persönliches Familiendrama später zu inszenieren, Muster auszuleben.“ Nach Precht sind den Liebenden ihre Muster wichtiger, als das Glück.

(Wenn das wirklich so sein sollte, haben wir da nicht enorme Ressourcen, wir Menschen, wenn wir lernen würden Muster aufzulösen, zu entschlüsseln um glücklicher zu sein? K.Je.)

Liebende verlangen heute: Versteh mich und mach mein Leben interessant, sagt Precht , dem widersprach Erich Fromm mit den Worten: „Der Liebende will nichts haben, er respektiert, was ist, und er gibt, statt zu raffen“ Erich Fromm beeindruckt R.D.Precht nicht. Warum soll man nichts haben wollen, wenn man liebt? Will nicht jeder Mensch etwas haben und sei es nur seine Ruhe …? Der Streit der Ideen macht das Buch interssant und lesenswert. Wer gerne Philosophisches liest, sollte zugreifen. R.D.Precht (Wikipedia)

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