Lesenswertes

Knut war einst ein kleiner, für viele Besucher des Berliner Zoos  süß anzuschauender knuffeliger Eisbär. Als er auf die Welt kam, ahnte er vielleicht, dass  er nicht zwei Jahre lang mit seiner Mutter durch Eiswüsten ziehen und lernen muss, wie man sich orientiert, sich Nahrung sucht, sich Stürmen widersetzt und  an Eislöchern geduldig wartet, bis Robben vorbeischwimmen, um sie dann auch genüsslich zu verspeisen. Knut lernte etwas anderes. Er gewöhnte sich an einen menschlichen Pfleger, an viele Betrachter  und an tägliche Futterrationen, für die er nicht viel tun musste. Dafür erntete er von den tausenden Besuchern Neugier, Beifall und von manchen auch Liebe. Sein Pfleger hat ihn bestimmt geliebt. Als dieser plötzlich starb, dachte ich:  Vielleicht hat ihn das große Gefühl dieser Liebe getötet. Ob Knut Liebe  gespürt hat, weiß man nicht so genau. Was man aber weiß: Der  Zoo hat mit Knut Millionen verdient. So wurde eine Weile gestritten, wer ein Recht auf die Gewinne hat. Knut saß nicht mit in der Runde. Hat er eigentlich einen Anwalt?  Ob jemand auf die Idee gekommen ist, sein Geld  zur Verbesserung des Klimas einzusetzen? Was das mit dem Thema zu tun hat?  Eisbären schwimmen naturgemäß im Eismeer lange Strecken. Früher gab  es große Eisschollen, die ihnen als Oasen zum Ausruhen dienten. Im milderen Klima tauen die Schollen und immer mehr Eisbären sterben vor Entkräftung  im Wasser. Zurück zu Knut: Er lebt, wächst, braucht Platz und frisst täglich ne Menge. Also könnte er selbst beträchtliche Mittel, ein kleines Vermögen, brauchen. In diesen Tagen heißt es: Knut bleibt weiterhin im Berlinder Zoo. Mir kommt in den Sinn: ein beliebter Gefangener unter Gefangenen.  Knut bleibt ein Berliner.

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