Lesenswertes

Buch von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder

In den Dialogen und Monologen erkennt man Elke Heidenreich wieder. Aber es geht im Roman nicht um sie, sondern um Lore, eine  Bibliothekarin, Anfang Sechzig, resolut, gebildet, kulturell interessiert, verheiratet, Mutter einer Tochter. Lore verbringt ihr berufliches Leben mit Büchern und Autoren. Ihr Mann, Harry, befindet sich im Ruhestand. Er liebt seinen Garten, nennt  jede Pflanze bei ihrem lateinischen Namen. Man erfährt, dass er  ungern in Kirchen und Museen geht, die Bücher eher als Ausstattung, weniger als geistige Nahrung betrachtet und dass er in Lesungen fasziniert die Hinterköpfe weiblicher Besucherinnen anschaut. Er lebt aber nicht nur für seinen Garten sondern auch mit seiner Frau. In der nörgelnden Sorge um die Tochter finden sich beide, auch in der Art, wie sie die Dinge tun, für die sie sich  interessieren. Das Paar geht liebevoll miteinander um. Es hat Ansprüche, Wünsche, will lebendig sein, glücklich, mit Alltäglichkeiten und trotz  Unleidlichkeiten….

Weiterhin findet man ein besonderes literarisches Konstrukt, da zwei schreiben, ein Mann und eine Frau. Ich habe die Monologe von Harry lieber gelesen, als die von Lore, weil es mich interessiert, wie Männer Situationen beurteilen und über zwischenmenschliche Beziehungen denken. Es lohnt sich, das Buch zu lesen, eine meist heitere Lektüre mit melancholischen Momenten.  Das  Foto auf dem Einband gewinnt nach dem Lesen an Bedeutung. Nach längerer Betrachtung fällt auf, dass das Paar eine jung gebliebene Liebe verkörpert.

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