Lesenswertes

Archiv für März, 2011

Liz Taylor starb am 23.03.2011

Diamanten  versteigert

Liz Taylor, geb. am 27.02.1932,  hat dem amerikanischen Film in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein unvergessliches Gesicht gegeben. Sie galt zeitweise als die schönste Frau der Welt und gestaltete auch als Schauspielerin unvergessliche Rollen. Mir fällt da gleich „Cleopatra“ ein. Es gab aber andere Filme die ihr auf den Leib geschneidert schienen. „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ und „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“. Mit Michael Jackson war Liz Taylor eng befreundet. Er hat sie verehrt. Wer diese Zeilen liest, und ein paar Sekunden verweilt, gedenkt einer Frau, die mit einer extrem strengen  und lieblosen Erziehung auf das Leben vorbereitet wurde. Sie starb am 23.03.2011 im Kreis ihrer vier Kinder. mehr Nachruf bei Moviepilot

Für 63,4 Millionen US Dollar wurde das Gemälde „Liz Taylor“ (Andy Warhol) 2010 versteigert. Zu den Bildern von Andy Warhol

Gera ist so eine schöne Stadt…

erzählte mir heute ein Zugereister, der 30 Jahre seines Lebens in Frankurt am Main verbracht hat und nun in Gera lebt. Mir war klar, das ist Geschmackssache und auch eine Frage des Alters. Wer in einer Universitätsstadt leben möchte, sollte nicht nach Gera ziehen. Wer Architektur mag, kommt hier auf seine Kosten. Aus dem Mittelalter sind zwar wenige  Gebäude erhalten. Die Marienkirche (ab 1193), das Rathaus, das Schreibersche Haus (1686-88), das Ferbersche Haus (1755-60)…  Aus dem 18. -20. Jahrhundert sind aber Gebäude des Fürstenhauses Reuss jüngere Linie vorhanden, die ihresgleichen suchen dürften. Das Theater (Jugendstil, 1902  erb. v. Heinrich Seeling), die Orangerie (Barock) der Küchengarten, die 2007 neu gestalteten zwei Prinzenhäuser.(Jugendstil) Nach der BUGA 2007 bilden sie mit dem Stadtpark und der Weißen Elster eine wunderbare Kultur- und  Naturlandschaft, so nahe an der Stadt, wie man es sonst kaum findet. In den Mittelpunkt des Interesses rückt zunehmend die ehemalige Landesbank am Hofwiesenpark, ein Projekt des Stararchitekten David Chipperfield. Statt Landesbank sollte zukünftig Kunsthaus Gera draufstehen, vorausgesetzt, die notwendigen Mittel fließen. Es könnte aber auch sein, dass die erste private Fachhochschule Geras einziehen kann.  Sobald die Sonne scheint, kommen Familien mit Kindern, Liebespaare, Alleinstehende, oder ältere Menschen in den Hofwiesenpark. Junge Leute spielen Beachvolleyball, Minigolf, man liegt im Gras und liest. Kinder spielen. Alte Villen aus der Gründerzeit(1870ff) und Jugendstilhäuser aus den 20igern des vorigen Jahrhunderts sind erhalten geblieben. Manche Hausfassade zeigt die Insignien der Freimaurer. Sehenswert sind auch die Kirchen, z.B. die bis 1715 errichtete, äußerlich barocke, innen im Jugendstil eingerichtete Salvatorkirche. Die historischen Häuser künden  von früheren besseren Zeiten, der Kreativität der Architekten und Baumeister, vom Reichtum der Bürger. Meinen Gesprächspartner störten nicht verlassene und unsanierte Häuser,  die es auch noch gibt. Sein Argument: Man sieht das Morbide und die hellen Fassaden treten daneben deutlicher hervor. Auch die Wohnhäuser  in Lusan, Bieblach /Ost, in Langenberg und im Stadtzentrum, die mehrgeschossigen „Plattenbauten“ (1960 -1989) bewohnt oder unbewohnt, prägen das Stadtbild. In auffälliger Architektur erscheinen  die modernen Kauflandschaften. (1995 – 2000) Sie wirken modernistisch neben den Villen, den historischen  Schulbauten oder den Reihen, Ein- und Zweifamilienhäusern(1950ff/1990ff). An allen Ecken und Enden entstehen neue Wohnsiedlungen, so der Reußpark,(1995) der aus ehemaligen „Russenkasernen“ besteht. Diese wurden umgebaut, zu Wohnungen. Das Wohnviertel liegt etwas schläfrig da, mit nostalgisch wirkenden  Fassaden und einzigartiger Architektur. Die Stadt hat viele Häuser und viele Gesichter. Auch wenn Gera eine Provinzstadt ist, im Osten Deutschlands, im kleinen Thüringen. Man hat hier eine gute Lebensqualität. Das Beste sind sicher die Menschen mit ihrer Art und ihren Besonderheiten.  Der Zugereiste ist eine echte Bereicherung für diese Stadt.

zur Gera Chronik 

 

Prinzenhäuser

Prinzenhäuser

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2 in 1

Heute, am 20.03.2011,  wurden in der Orangerie Gera 2 Ausstellungen eröffnet, „Die Sammlung Behrens – Weise“,  Kunst des 19. Jahrhunderts in der Otto-Dix-Stadt Gera und die Ausstellung „Zwielicht“mit Gemälden von Simone Haak.

Die Behrens-Weise Sammlung besteht aus Gemälden, Landschafts- und Porträtmalerei, Porzellankunst und einer barocke Skulptur. Hans Wilhelm Behrens wurde 1879 als  Sohn eines Kaufmanns in Braunschweig geboren. Als er 1903 in das wirtschaftlich aufstrebende Gera kam, gehörte die Stadt zu den reichsten Städten in Deutschland. Hans Wilhelm Behrens verstand viel von der Wirtschaft, sein Unternehmen brachte ihm ein großes Vermögen. Verheiratet war er 2x mit einer Frau: Margarete Behrens. Das kinderlose Paar lebte in einer großen Villa in der heutigen Straße des Friedens in Gera. Während ihrer Ehen wurden Gemälde und Kunstgegenstände  gekauft.  Margarethe starb 1937. Wer hatte die Gemälde und Kunstgegenstände gekauft? Hans Wilhelm Behrens, seine Frau ? Das kann heute nicht nachvollzogen werden. Sicher ist aber, dass die Sammlung Hans Wilhelm Behrens  gehörte. Der Unternehmer  war bei der SS, was sich daraus schließen lässt, dass in seinem Nachlass auch ein SS Mantel aufgelistet war. Am 2.September 1938 setzte er seinem Leben selbst ein Ende. Nach seinem Tod erhielt eine Alleinerbin das beträchtliches Vermögen von  597 230 Reichsmark. Wer war diese Frau? Anna Weise lernte bei Herrn Behrens den Beruf als Kontoristin, als Verwaltungsangestellte, würde man heute sagen.  Sie wurde 1894 in Gera  Untermhaus in einfachen Verhältnissen geboren. Vermutlich hatte sie eine große Begabung zur Betriebswirtin und – das lässt sich leicht vermuten -eine gute Zusammenarbeit mit ihrem Chef. Mit 44 Jahren war sie Hauptgesellschafterin der Mitteldeutschen Kohlehandelsgesellschaft. Die Verhältnisse änderten sich nach dem 2. Weltkrieg. 1953 zog Anna Weise nach Westberlin. Die Mitteldeutsche Kohlenhandelsgesellschaft wurde unter Treuhänderschaft gestellt. Briefe an den Geraer Bürgermeister, in denen sie mitteilt, dass sie in die DDR zurückkommen wolle, halfen da nicht weiter. Später wurde das Vermögen zu Volkseigentum.  Die Kunstsammlung befand sich damals im Keller des Kohlekontors. Alle Bilder waren mit dem Label Anna Weises nachweisbar gekennzeichnet, die Goldrahmen sicher verwahrt. Die Sammlung wurde in den Kunstbestand der Stadt übernommen und eingelagert.  In der DDR, und nach der Wende, wurde sie teilweise gezeigt, aber nie in diesem Kontext. Anna Weise starb 1984, kinderlos.  Zur Verwaltung und Verwendung des reichen Erbes wurde in ihrem Auftrag die Behrens – Weise – Stiftung gegründet. Das Vermögen dient der Wissenschaft. (Krebsforschung, Treffen von Wissenschaftlern aus verschiedenen Ländern u.s.w.)  Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde die Geraer Behrens-Weise-Sammlung zum Eigentum der Behrens-Weise-Stiftung der Max-Planck-Gesellschaft München.  In diesen Tagen will die Kunstsammlung Gera diese Gemälde und Kunstgegenstände zurückkaufen, unterstützt von Fördermtteln des Landes Thüringen. Erfreulicherweise wird „Die Sammlung Behrens – Weise“,  Kunst des 19. Jahrhunderts,  in Gera zukünftig zu sehen sein. mehr

Eine Etage höher findet man die markanten großformatigen Gemälde von Simone Haak. Diese Malerin der Moderne hat ein unglaubliches Talent. Es lohnt sich, bei ihr reinzuschauen.  Öffnungszeiten: Di. bis So. und an Feiertagen 11 bis 18 Uhr

Anna Weise 

Fotos: Frank Jecke

Gemälde von Simone Haak

Am Wegesrand

Frühlingsboten am Wegesrand

Diese Frühlingsboten habe ich heute am Wegesrand entdeckt. Die Schneeglöckchen erobern sich ihren Platz im Gras, am Rande der Weißen Elster. Sie verkörpern an dieser unwirtlichen Stelle eine bemerkenswerte Eigenschaft: Hartnäckigkeit.

Diese vereisten Wasserfälle halten  im Schatten durch, obwohl die Sonne nebenan strahlend scheint.

Karl Theodor zu Guttenberg nimmt seinen Hut

Nie war das Wort Plagiatsvorwürfe so in aller Munde, wie in diesen Tagen. Ich frage mich, was den Jura Professor Andreas Fischer-Lescano bewegte, die Dissertation Karl Theodor zu Guttenbergs zu überprüfen und die Medien zu informieren. Image, Gerechtigkeitssinn,… Heute legte der Verteidigungsminister alle politischen Ämter nieder, weil er den Plagiatsvorwurf nicht entkräften kann und viele ihn als Politiker ablehnen. (offener Brief) Dieser Schritt ist richtig. Wer weiß, wie zwielichtig Politik funktioniert, wundert sich allerdings über die mediale Entrüstung. Interessant ist:Der Rücktritt steht heute schon bei Wikipedia im Text über das Leben und Schaffen von Andreas Fischer-Lescano.

Herr zu Guttenberg sagte in seiner Erklärung auch, dass die Medien unsere Aufmerksamkeit massiv auf sein Versagen lenken: Ob ich will , oder nicht, Karl zu Guttenberg und sein Problem wird in meine Gedanken implantiert. In diesen Tagen sollte er in der Bundeswehr grundlegende Reformen einleiten. Das Thema geht unter, wie ein Stein im See. Karl Theodor zu Guttenberg meinte es vielleicht ehrlich, als er am Ende seiner Erklärungen sagte: „Es ist der schmerzlichste Augenblick meines Lebens…. Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht.“  Sein Leben geht weiter. Aus der Sicht, dass das, was uns verletzt, uns auch stärken kann,  wünsche ich ihm einen erfolgreichen Aufbruch in die nächste Etappe seines Lebens. Chronologie

Fotos: Reuters

Folgendes kann man bereits heute, am 01.03.2010, dem Tag des Rücktritts  bei Wikipedia unter dem Begriff  Andreas Fischer-Lescano lesen:

Andreas Fischer-Lescano