Lesenswertes

erzählte mir heute ein Zugereister, der 30 Jahre seines Lebens in Frankurt am Main verbracht hat und nun in Gera lebt. Mir war klar, das ist Geschmackssache und auch eine Frage des Alters. Wer in einer Universitätsstadt leben möchte, sollte nicht nach Gera ziehen. Wer Architektur mag, kommt hier auf seine Kosten. Aus dem Mittelalter sind zwar wenige  Gebäude erhalten. Die Marienkirche (ab 1193), das Rathaus, das Schreibersche Haus (1686-88), das Ferbersche Haus (1755-60)…  Aus dem 18. -20. Jahrhundert sind aber Gebäude des Fürstenhauses Reuss jüngere Linie vorhanden, die ihresgleichen suchen dürften. Das Theater (Jugendstil, 1902  erb. v. Heinrich Seeling), die Orangerie (Barock) der Küchengarten, die 2007 neu gestalteten zwei Prinzenhäuser.(Jugendstil) Nach der BUGA 2007 bilden sie mit dem Stadtpark und der Weißen Elster eine wunderbare Kultur- und  Naturlandschaft, so nahe an der Stadt, wie man es sonst kaum findet. In den Mittelpunkt des Interesses rückt zunehmend die ehemalige Landesbank am Hofwiesenpark, ein Projekt des Stararchitekten David Chipperfield. Statt Landesbank sollte zukünftig Kunsthaus Gera draufstehen, vorausgesetzt, die notwendigen Mittel fließen. Es könnte aber auch sein, dass die erste private Fachhochschule Geras einziehen kann.  Sobald die Sonne scheint, kommen Familien mit Kindern, Liebespaare, Alleinstehende, oder ältere Menschen in den Hofwiesenpark. Junge Leute spielen Beachvolleyball, Minigolf, man liegt im Gras und liest. Kinder spielen. Alte Villen aus der Gründerzeit(1870ff) und Jugendstilhäuser aus den 20igern des vorigen Jahrhunderts sind erhalten geblieben. Manche Hausfassade zeigt die Insignien der Freimaurer. Sehenswert sind auch die Kirchen, z.B. die bis 1715 errichtete, äußerlich barocke, innen im Jugendstil eingerichtete Salvatorkirche. Die historischen Häuser künden  von früheren besseren Zeiten, der Kreativität der Architekten und Baumeister, vom Reichtum der Bürger. Meinen Gesprächspartner störten nicht verlassene und unsanierte Häuser,  die es auch noch gibt. Sein Argument: Man sieht das Morbide und die hellen Fassaden treten daneben deutlicher hervor. Auch die Wohnhäuser  in Lusan, Bieblach /Ost, in Langenberg und im Stadtzentrum, die mehrgeschossigen „Plattenbauten“ (1960 -1989) bewohnt oder unbewohnt, prägen das Stadtbild. In auffälliger Architektur erscheinen  die modernen Kauflandschaften. (1995 – 2000) Sie wirken modernistisch neben den Villen, den historischen  Schulbauten oder den Reihen, Ein- und Zweifamilienhäusern(1950ff/1990ff). An allen Ecken und Enden entstehen neue Wohnsiedlungen, so der Reußpark,(1995) der aus ehemaligen „Russenkasernen“ besteht. Diese wurden umgebaut, zu Wohnungen. Das Wohnviertel liegt etwas schläfrig da, mit nostalgisch wirkenden  Fassaden und einzigartiger Architektur. Die Stadt hat viele Häuser und viele Gesichter. Auch wenn Gera eine Provinzstadt ist, im Osten Deutschlands, im kleinen Thüringen. Man hat hier eine gute Lebensqualität. Das Beste sind sicher die Menschen mit ihrer Art und ihren Besonderheiten.  Der Zugereiste ist eine echte Bereicherung für diese Stadt.

zur Gera Chronik 

 

Prinzenhäuser

Prinzenhäuser

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