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Archiv für die Kategorie ‘Gera’

Tänzer aus Moskau in Gera

Gera hat ein sehr schönes Theater und seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts einen guten Namen als Heimat einer hauseigenen Ballettcompany. Manche der Tänzer sind über die Jahre in Gera geblieben, was dazu führte, dass sich eine anspruchsvolle Tanzszene im Amateurbereich entwickeln konnte. Kinder und Jugendliche trainieren bei guten, engagierten Tanzlehrern, wenn sie sich auf diesem Gebiet betätigen wollen. Am 08.04.2015 gestalteten Tänzer aus Moskau und Geras Musikschule Heinrich Schütz eine festliche Aufführung in der Tonhalle Gera. Diese besondere Aktion ist dem jüngst gegründeten Verein „Kinder bewegen“ zu verdanken. Nach einer Woche des gemeinsamen Trainings wurden Stücke aus bekannten Balletten und Eigenkreationen aufgeführt. Die Zuschauer dankten mit viel Beifall. Tänzer aus Moskau in Gera 2015 012  Tänzer aus Moskau in Gera 2015 050 Tänzer aus Moskau in Gera 2015 059 Tänzer aus Moskau in Gera 2015 099

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„Sonnensucher“ in Gera

"Brigade Rose"  Werner Petzold 1970

„Brigade Rose“
Werner Petzold 1970

...die kenne ich. Das ist der Steiner, das der Kreutzer, die...i sind tot...

Ein Besucher: „…Die kenne ich. Das ist der Steiner, das der Kreutzer, die sind tot.“

"Geraer Arbeiter 1920"    Bernhard Heisig

„Geraer Arbeiter 1920“
Bernhard Heisig

Sonnensucher ist ein bezeichnender  Name für die Kumpel unter Tage. Ihre schwere, gesundheitsschädigende, von vielen trotzdem geliebte Arbeit im Uranbergbau wurde damals in den 60er, 70er und 80er Jahren von Künstlern in Gemälden dokumentiert. Mancher Kumpel griff zu Farben und Pinsel und wurde Maler.

Mit 25 000 000 DDR Mark förderte die DDR diese Kunstrichtung. Es entstanden charakteristische Porträts, Gruppenaufnahmen, individuelle Blicke auf Arbeitsplätze und Einblicke in das Milieu. „Sonnensucher“ heißt in diesen Tagen eine sehr gut besuchte Ausstellung, deren Objekte aus dem Bestand der Wismut stammen. Sie wird derzeit in der Orangerie Gera gezeigt.

Orangerie in Gera bei strahlend blauem Himmel im Februar 2014

Kerstin Jecke: Orangerie in Gera bei strahlend blauem Himmel im Februar 2014

"In der Strecke"  Horst Pesl 1987

„In der Strecke“
Kurt Pesl 1987

Olympia und Sonnensucher 23-2-14 117

"Neurerkollektiv"

„Schrittmacherkollektiv“ Carl Kühn

"Weiße Elster"

Kerstin Jecke: „Weiße Elster“ 2014

"Schichtwechsel"

„Schichtwechsel“

Selbstporträt 1970 Wolfgang Peuker

Selbstporträt 1970
Wolfgang Peuker

"ehrlich Arbeiten" Fritz Eisel 1966/67

„ehrlich Arbeiten“
Fritz Eisel 1966/67

"Bauarbeiter" Werner Tübke 1976

„Bauarbeiter“
Werner Tübke 1976

Selbstporträt Jontschowa

Selbstporträt von Alexandra Müller Jontschewa

Olympia und Sonnensucher 23-2-14 091

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Gemälde in Gera

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017 Andreas Deckart

035 Günter Glombitza

041 Heinz Wagner

027 Werner Tübke

Wunderschöne Schachspiele aus aller Welt

„World of Chess“ Die Wanderausstellung der Gebrüder Roland und Werner Rupp aus der Schweiz zeigt Schachspiele quer durch die Zeit aus aller Welt- im Elsterforum zu Gera.

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095 Katharina die Große…

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Jahresrückblick 2012

Wenn ich auf das Jahr 2012 zurückschaue, komme ich mir vor wie eine Bergsteigerin nach einer anstrengenden Tour. Ich stehe auf dem Gipfel und blicke zurück, mit der inneren Freude, wie es beim Bergsteigen oft der Fall ist, wenn man sein Ziele erreicht hat. Ich ahne auch, dass es weitergeht, entweder auf schweißtreibenden Pfaden bergauf  oder bergab mit schmerzenden Knien.

Im Mai war der Verbandspokal des DBSV 1995 e.V. in Rostock ein Erlebnis, weil die Gastgeber alles bestens organisiert haben und weil der Ausflug nach Warnemünde zu einem wunderbaren geselligen Abend wurde. Bundesliga- 5-2012 - Werkstatt- Familie 016

Bundesliga- 5-2012 - Werkstatt- Familie 017  Bundesliga- 5-2012 - Werkstatt- Familie 025

Erstmals seit Jahren landete unsere bis dahin Erfolg verwöhnte Thüringenauswahl auf Platz 3. Schluchz !!! 2013 findet der Verbandspokal in Bellingen statt. Da werden wir aber zeigen, dass die Pfeile in der Scheibenmitte ihren besten Platz haben.

Pokalübergabe Schlema 2012

Dieses Jahr nahm ich nicht mit ganzer Anteilnahme an den Wettkämpfen teil, denn wir haben seit Februar ein altes Haus umbauen lassen und sind am 30.6. 2012 eingezogen. Dabei habe ich mehr Pfunde verloren, als je bei einem Wettkampf. Heute kann ich sagen: Der Aufwand hat sich gelohnt, auch wenn wir nicht mehr  im Stadtzentrum leben, nicht mehr die ganz kurzen Wege in die Innenstadt haben. Zu Fuß braucht es jetzt fast 20 Minuten zur Chorprobe, ins Kino, das Theater oder zur Einkaufsmeile. Aber es lebt sich ruhiger und es ist an manchen Tagen idyllisch, so in der Nähe des Stadtwaldes und der Weißen Elster.

22 Jahre habe ich ihn täglich gesehen....

22 Jahre habe ich ihn täglich gesehen….

...diese Aussicht hat aber auch ihren Reiz...

…diese Aussicht hat aber auch ihren Reiz…

16.06.2012 Haus und andere 043

Vom Geraer Rathausturm kann ich jetzt nur noch träumen…

25-10-2012 Werkstatt, zu Hause, Aga 076

....nett....

….nett….

...erstes Familientreffen, noch mit Campingtisch und Gartenstühlen - kein Bild an der Wand...

…erstes Familientreffen, noch mit Campingtisch und Gartenstühlen – kein Bild an der Wand…

Am 05. und 06.07.2012 ging die Welt nicht unter, aber Gera wurde von einem Jahrhundertunwetter überrascht und zu großen Teilen überflutet. Alles was Räder hatte, stand still. Stau, wohin das Auge blickte, dazu die gellenden Feuerwehrsignale und ich mittendrin: Es war gespenstig. Wir haben nun erlebt, wie es ist, wenn das Wasser im Keller steht … Aber, wir hatten bei aller Arbeit noch Glück. Es hätte schlimmer kommen können. Die Regel lautet nun: Die Paddelboote gehören unter das Dach, nicht in den Keller.

Winteranfang 2012 008

Dann kam der Winter, es galt, Schnee zu schippen und Salz zu streuen. Der Wintergarten wurde zu meinem Lieblingsleseplätzchen.

Logisch, dass zum Lesen nicht viel Zeit übrig blieb. Für mich war das spannendste Buch der um 2000 herum erschienener Roman von Noah Gordon „Der Schamane“.

Aus meiner Sicht ist der beste Film 2012  „Die Tribute von Panem“ . Er bietet Spannung, Unterhaltung, Gefühl und tolle Bilder. Jennifer Lawrence ist die Hauptdarstellerin, eine super gute Schauspielerin, die auch zukünftig in guten Filmen gute Rollen erhalten sollte. Das wünsche ich ihr.

Ich hörte in diesem Jahr gerne die Lieder von „Unheilig“ und mag den Interpreten „Graf“, weil die Texte auf eine besonders eindringliche Weise Geschichten  erzählen. „Geboren um zu Leben“ wurde bereits 2010 veröffentlicht, ist aber für mich zur Zeit die Nr. 1. Das neue Lied „Stark“ hat Magie.

2012 war ein Schaltjahr. Es hat auch mächtig geschaltet und gewaltet. Es gab Arbeit in Hülle und Fülle, aber auch erholsame Tage. Alles in allem war es ein gutes Jahr, für mich meine Lieben, unsere Familie, die auch wieder Zuwachs erhalten hat, einen Jungen und ein Mädchen. Als ein Kollege plötzlich so krank wurde, dass man um sein Leben bangen musste und als zwei unserer Sportfreunde starben, wurde mir bewusst, wie kostbar jeder Tag ist, an dem uns höchstens kleine Zipperchen plagen. In dem Sinne wünsche ich euch /Ihnen  allen, dass das neue Jahr viel Erfolg, Glück und Gesundheit mit sich bringen möge.

…matter what sort of difficulties, how painful experience is, if we lose our hope, that’s our real disaster.-Dalai Lama…

Gera ist so eine schöne Stadt…

erzählte mir heute ein Zugereister, der 30 Jahre seines Lebens in Frankurt am Main verbracht hat und nun in Gera lebt. Mir war klar, das ist Geschmackssache und auch eine Frage des Alters. Wer in einer Universitätsstadt leben möchte, sollte nicht nach Gera ziehen. Wer Architektur mag, kommt hier auf seine Kosten. Aus dem Mittelalter sind zwar wenige  Gebäude erhalten. Die Marienkirche (ab 1193), das Rathaus, das Schreibersche Haus (1686-88), das Ferbersche Haus (1755-60)…  Aus dem 18. -20. Jahrhundert sind aber Gebäude des Fürstenhauses Reuss jüngere Linie vorhanden, die ihresgleichen suchen dürften. Das Theater (Jugendstil, 1902  erb. v. Heinrich Seeling), die Orangerie (Barock) der Küchengarten, die 2007 neu gestalteten zwei Prinzenhäuser.(Jugendstil) Nach der BUGA 2007 bilden sie mit dem Stadtpark und der Weißen Elster eine wunderbare Kultur- und  Naturlandschaft, so nahe an der Stadt, wie man es sonst kaum findet. In den Mittelpunkt des Interesses rückt zunehmend die ehemalige Landesbank am Hofwiesenpark, ein Projekt des Stararchitekten David Chipperfield. Statt Landesbank sollte zukünftig Kunsthaus Gera draufstehen, vorausgesetzt, die notwendigen Mittel fließen. Es könnte aber auch sein, dass die erste private Fachhochschule Geras einziehen kann.  Sobald die Sonne scheint, kommen Familien mit Kindern, Liebespaare, Alleinstehende, oder ältere Menschen in den Hofwiesenpark. Junge Leute spielen Beachvolleyball, Minigolf, man liegt im Gras und liest. Kinder spielen. Alte Villen aus der Gründerzeit(1870ff) und Jugendstilhäuser aus den 20igern des vorigen Jahrhunderts sind erhalten geblieben. Manche Hausfassade zeigt die Insignien der Freimaurer. Sehenswert sind auch die Kirchen, z.B. die bis 1715 errichtete, äußerlich barocke, innen im Jugendstil eingerichtete Salvatorkirche. Die historischen Häuser künden  von früheren besseren Zeiten, der Kreativität der Architekten und Baumeister, vom Reichtum der Bürger. Meinen Gesprächspartner störten nicht verlassene und unsanierte Häuser,  die es auch noch gibt. Sein Argument: Man sieht das Morbide und die hellen Fassaden treten daneben deutlicher hervor. Auch die Wohnhäuser  in Lusan, Bieblach /Ost, in Langenberg und im Stadtzentrum, die mehrgeschossigen „Plattenbauten“ (1960 -1989) bewohnt oder unbewohnt, prägen das Stadtbild. In auffälliger Architektur erscheinen  die modernen Kauflandschaften. (1995 – 2000) Sie wirken modernistisch neben den Villen, den historischen  Schulbauten oder den Reihen, Ein- und Zweifamilienhäusern(1950ff/1990ff). An allen Ecken und Enden entstehen neue Wohnsiedlungen, so der Reußpark,(1995) der aus ehemaligen „Russenkasernen“ besteht. Diese wurden umgebaut, zu Wohnungen. Das Wohnviertel liegt etwas schläfrig da, mit nostalgisch wirkenden  Fassaden und einzigartiger Architektur. Die Stadt hat viele Häuser und viele Gesichter. Auch wenn Gera eine Provinzstadt ist, im Osten Deutschlands, im kleinen Thüringen. Man hat hier eine gute Lebensqualität. Das Beste sind sicher die Menschen mit ihrer Art und ihren Besonderheiten.  Der Zugereiste ist eine echte Bereicherung für diese Stadt.

zur Gera Chronik 

 

Prinzenhäuser

Prinzenhäuser

Olympia und Sonnensucher 23-2-14 048 Olympia und Sonnensucher 23-2-14 042

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2 in 1

Heute, am 20.03.2011,  wurden in der Orangerie Gera 2 Ausstellungen eröffnet, „Die Sammlung Behrens – Weise“,  Kunst des 19. Jahrhunderts in der Otto-Dix-Stadt Gera und die Ausstellung „Zwielicht“mit Gemälden von Simone Haak.

Die Behrens-Weise Sammlung besteht aus Gemälden, Landschafts- und Porträtmalerei, Porzellankunst und einer barocke Skulptur. Hans Wilhelm Behrens wurde 1879 als  Sohn eines Kaufmanns in Braunschweig geboren. Als er 1903 in das wirtschaftlich aufstrebende Gera kam, gehörte die Stadt zu den reichsten Städten in Deutschland. Hans Wilhelm Behrens verstand viel von der Wirtschaft, sein Unternehmen brachte ihm ein großes Vermögen. Verheiratet war er 2x mit einer Frau: Margarete Behrens. Das kinderlose Paar lebte in einer großen Villa in der heutigen Straße des Friedens in Gera. Während ihrer Ehen wurden Gemälde und Kunstgegenstände  gekauft.  Margarethe starb 1937. Wer hatte die Gemälde und Kunstgegenstände gekauft? Hans Wilhelm Behrens, seine Frau ? Das kann heute nicht nachvollzogen werden. Sicher ist aber, dass die Sammlung Hans Wilhelm Behrens  gehörte. Der Unternehmer  war bei der SS, was sich daraus schließen lässt, dass in seinem Nachlass auch ein SS Mantel aufgelistet war. Am 2.September 1938 setzte er seinem Leben selbst ein Ende. Nach seinem Tod erhielt eine Alleinerbin das beträchtliches Vermögen von  597 230 Reichsmark. Wer war diese Frau? Anna Weise lernte bei Herrn Behrens den Beruf als Kontoristin, als Verwaltungsangestellte, würde man heute sagen.  Sie wurde 1894 in Gera  Untermhaus in einfachen Verhältnissen geboren. Vermutlich hatte sie eine große Begabung zur Betriebswirtin und – das lässt sich leicht vermuten -eine gute Zusammenarbeit mit ihrem Chef. Mit 44 Jahren war sie Hauptgesellschafterin der Mitteldeutschen Kohlehandelsgesellschaft. Die Verhältnisse änderten sich nach dem 2. Weltkrieg. 1953 zog Anna Weise nach Westberlin. Die Mitteldeutsche Kohlenhandelsgesellschaft wurde unter Treuhänderschaft gestellt. Briefe an den Geraer Bürgermeister, in denen sie mitteilt, dass sie in die DDR zurückkommen wolle, halfen da nicht weiter. Später wurde das Vermögen zu Volkseigentum.  Die Kunstsammlung befand sich damals im Keller des Kohlekontors. Alle Bilder waren mit dem Label Anna Weises nachweisbar gekennzeichnet, die Goldrahmen sicher verwahrt. Die Sammlung wurde in den Kunstbestand der Stadt übernommen und eingelagert.  In der DDR, und nach der Wende, wurde sie teilweise gezeigt, aber nie in diesem Kontext. Anna Weise starb 1984, kinderlos.  Zur Verwaltung und Verwendung des reichen Erbes wurde in ihrem Auftrag die Behrens – Weise – Stiftung gegründet. Das Vermögen dient der Wissenschaft. (Krebsforschung, Treffen von Wissenschaftlern aus verschiedenen Ländern u.s.w.)  Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde die Geraer Behrens-Weise-Sammlung zum Eigentum der Behrens-Weise-Stiftung der Max-Planck-Gesellschaft München.  In diesen Tagen will die Kunstsammlung Gera diese Gemälde und Kunstgegenstände zurückkaufen, unterstützt von Fördermtteln des Landes Thüringen. Erfreulicherweise wird „Die Sammlung Behrens – Weise“,  Kunst des 19. Jahrhunderts,  in Gera zukünftig zu sehen sein. mehr

Eine Etage höher findet man die markanten großformatigen Gemälde von Simone Haak. Diese Malerin der Moderne hat ein unglaubliches Talent. Es lohnt sich, bei ihr reinzuschauen.  Öffnungszeiten: Di. bis So. und an Feiertagen 11 bis 18 Uhr

Anna Weise 

Fotos: Frank Jecke

Gemälde von Simone Haak