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Mit Hilfe von Qi Gong geschossen und Weltenbummler getroffen

Einige  Gedanken zu unserem Start beim 34.Sängerstadtpokal in Finsterwalde/Babben.

Dieses Turnier passte gut in die Osterfeiertage. Carsten Materne und sein Team leisteten eine hervorragende Arbeit, so das dieser Tag allen gut in Erinnerung bleiben wird. Das Wetter spielte am Karfreitag mit und wie man unten sehen kann, gab es auch gute Ergebnisse. Ich startete bei den Damen AltersklasseÜ50 schoss 1233 Ringe, machte also dem Jenaer SV Carl-Zeiss-Jena alle Ehre. Das Ergebnis war –gemessen an meinen Möglichkeiten-  für einen Saisonbeginn 2011 gut. In Jena hatte ich vorher zum Saisonauftakt 1190 geschossen. Meine Kraftlosigkeit, ein echtes Problem bei Wettkämpfen, die sich den ganzen Tag hinziehen, stellte sich nach ca. 2 ½ Entfernungen ein. Ich konnte sie erfolgreich mit mental ausgeführten Qi Gong Übungen überwinden. Eine Qi Gong Lehrerin, die genau am gleichen Tag wie ich geboren wurde – so ein Zufall- erklärte mir, dass man sich die Energie aus der Umgebung holt. Ich hatte den Eindruck, dass ich meine Gedanken mit Hilfe der Übungen zentriere und so Kraft gewinne, geistige und körperliche. Am Beginn jeder Entfernung verlor ich Ringe, aber spätesten nach 2 Serien kam ich in gute Form, beste Konzentration, hatte enge Schussbilder und am Ende war ich zufrieden,weil sich der Schießstil bewährt hat  und  das Material gut aufeinander abgestimmt ist. Frank hatte mir eine wunderbare rote neue Sehne gebastelt, die sich bewährt hat. In den nächsten Wettkämpfen werde ich mich fragen müssen, wie ich bereits die ersten 12 Pfeile optimal schieße. Eric Skoeries von Bergmann Borsig Berlin gewann in Finsterwalde mit 1262 Ringen vor Tobias Schultze (Friedewalde, 1196 R) und Frank Jecke ( Jena, 1131 R) Bei den Damen gewann Gabi Schutze aus Strausberg mit 1224 Ringen  vor Katrin Gierke (Blankenfelde, 1079 R) und Angela  Retschlag (Fürstenwalde, 985 R).

Bereits auf dem Rückweg ins österliche  Feriendomizil machten wir an einer nicht ganz so teuren Tankstelle halt. Die Spritkosten waren horrend. An der Ecke stand ein schlanker, gepiercter, mit einer weißen Schiebermütze bekleideter, interessant, richtig gut aussehender junger Mann. Er bat uns, ihn nach Ruhland mitzunehmen, was wir auch taten. Der Tramper war nett. Gerade erst Australien zurückgekehrt, berichtete er, dass er vor 2 1/2 Jahren in München seine Freundin verloren, den Job gekündigt, seine Wohnung aufgelöst und sein Auto verkauft hatte. Ihn trieb es weg. Er suchte sein Glück und wollte Englisch lernen.

Australien hat ihm offensichtlich gut getan. So arbeitete er in allen denkbaren Jobs. Das Geld reichte, um mit einer Freundin in einem kleinen Bus Australien zu durchqueren und das Englische spielend zu lernen. Am Karfreitag 2011 werden sich seine Eltern sehr gefreut haben, denn der verlorene Sohn kehrte überraschend nach Hause. Ich wünsche dem Unbekannten alles Gute.

 

 

Wenn es schön ist, soll man aufhören…

lautet eine alte Weisheit. Nicht weit von Thüringen, liegt das legendäre Sachsen, das einige Berühmtheiten hervorgebracht hat und voller Wunder ist. Jeder kennt Leipzig, viele kennen Dresden, aber nur wenige wissen, dass einige wenige Kilometer von Dresden entfernt, das Elbsandsteingebirge liegt. Der Name klingt nicht sehr spektakulär. Sächsische Schweiz hört sich da schon etwas verheißungsvoller an. Dahinter verbirgt sich eine außergewöhnliche Bergwelt. Sie hat zwar keine Tausender Gipfel zu bieten, aber sie zeigt den Besuchern fast unentgeltlich ihre einzigartige Schönheit. Sandsteine, Felsen, in markanten Formen türmen sich vor den Besuchern auf. Sie erheben sich plötzlich, hoch und steil aus dem Wald, bizarre Gebilde. Zu Ostern hatten wir so ein frühlingshaftes warmes Wetter. Es war wie geschaffen für ausgedehnte Touren. Blüten am Wegesrand, blauer Himmel, das helle Grün im Mischwald vereinigten sich zu einer frischen angenehmen Atmosphäre. Wanderer, meist mit festem Schuhwerk bekleidet und mit Rucksäcken bestückt, begegneten mir auf ihren Wegen. Im Elbsandsteingebirge wird geklettert. Man strengt sich dabei richtig an. Die Kletterer seilen sich an steilen Wänden hoch zum Gipfel ihre erwählten Berges. Erleichtert, dass ich dies nicht unbedingt selbst tun musste, ging ich weiter, aber auch mit einer gewissen Bewunderung. Gaststätten locken mit Hausmannskost, die besonders gut schmeckt, wenn man den Wildschützenpfad oder den Schinderweg bewältigt hat. Das verbindet. So geschieht es, dass sich wildfremde Menschen auf Wanderpfaden begegnen und grüßen. Von der Bastei schaut man weit und tief herab auf die anschmiegsame Elbe, die sich dahinschlängelt. Schiffe, große und kleine, flotte und träge, machen es sich auf ihr bequem. Das sieht gut aus. Man muss es gesehen haben.  Liebe Blogbesucher, fahrt nach Rathen und schaut euch aus der Vogelperspektive von der Bastei aus um. Wer gut zu Fuß ist, kann zum Amselsee laufen und anschließend den steilen Aufstieg durch die Schwedenlöcher wagen.

    

 

 

Fotos 1- 3: Frank Jecke Fotos 4 – 8: Kerstin Jecke

Am Wegesrand

Frühlingsboten am Wegesrand

Diese Frühlingsboten habe ich heute am Wegesrand entdeckt. Die Schneeglöckchen erobern sich ihren Platz im Gras, am Rande der Weißen Elster. Sie verkörpern an dieser unwirtlichen Stelle eine bemerkenswerte Eigenschaft: Hartnäckigkeit.

Diese vereisten Wasserfälle halten  im Schatten durch, obwohl die Sonne nebenan strahlend scheint.

Jahresrückblick 2010

 

Was gab es für besonders erwähnenswerte Ereignisse und Erlebnisse? Im Jahr 2010 war die Familienforschung ein spannendes Thema. Der Stammbaum väterlicherseits bestand vorher aus unbeschriebenen Seiten, die sich nun mit Namen der Ahnen füllen. Diese lebten früher im Gebiet Elchniederung /Ostpreußen, in Endreischken, Schönwiese. Am Ende des zweiten Weltkrieges sind viele umgekommen, verschollen oder ausgesiedelt. Dank Internet fand meine Schwester auf den Ostpreußenseiten ein altes Familienfoto. Meine Anfrage ergab einen Kontakt zu  einer bis dahin unbekannten Verwandten. Sie hatte sich bereits intensiv dem Thema Erforschung der Familie Zehrt gewidmet, hatte bereits Verwandte aufgesucht, Personenregister angefordert, eine Ahnentafel erstellt u.s.w. Wir haben uns getroffen und gleich gut verstanden. Alle Gespräche gingen der Frage nach, wie sich unsere Familie zusammensetzt, wer in Ostpreußen gelebt hat, wie der Krieg die Familien getrennt hat , wer heute wo und wie lebt. Es war ein unerschöpfliches Thema, ein gutes Medium, gut geeignet um sich kennenzulernen , zu unterhalten, um sich näher zu kommen. Diese Stunden möchte ich nicht missen.

Ein Familiengeheimnis wurde gelüftet.

1.Reihe Jungs, 2.v.l. Willi Zehrt, mein Vater

 

Unsere Familie, Verwandschaft  im weiten Sinn würde sich aus den Augen verlieren, so verschieden sind Alter, Wohnort, Arbeit, Interessen u.s.w. Deshalb treffen wir uns einmal im Jahr an einem Ort „Irgendwo“ für einige Stunden. Im April 2010 fanden wir uns an der Oberweißbacher Bergbahn, dem idyllischen  Arbeitsort meines Bruders.  Mit dabei war das  Familienereignis und neue Familienmitglied Matthes. Er blieb nicht der einzige neue Erdenbürger in der Verwandschaft. Unser Sohn hat eine Arbeit in München angenommen. Somit verlässt er Thüringen auf unbestimmte Zeit. (schluchz) Zu den Familiennews des Jahres zählt auch, dass unsere Tochter ihr Studium beendete, womit nun für sie ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Im Urlaub entscheidet man selbst, was wann zu tun ist. Das hat einen großen Erholungswert. Im Winter verbrachten wir einige Tage am Lütschestausee in verschneiten Wäldern, Stille, frischer Luft und bei ausgedehnten Skitouren. Im Sommer reisten wir nach Österreich.  Mein Mann und ich lebten erstmals im Wohnwagen. Das war sehr abenteuerlich. Frei und ungezwungen, kamen und gingen wir, wann wir wollten, erlebten die Natur nah. Es regnete, bis wir zu den Knöcheln im Wasser standen. Dass meine Füße trocken blieben, hatte ich meinem Mann zu verdanken. Er zeigte seinen Charme, überließ mir seine wasserdichten Schuhe. Wir  sahen wie die Donau fett wurde, über die Ufer schwappte. Interessant war ein Besuch im Freimauerermuseum auf Schloss Rosenau.  Am liebsten hätte ich mich in einer Freimaurerloge angemeldet.  Ich mag die Wachau ihre Landschaften und habe sie endlich wieder besucht.

Die Arbeit, der Beruf hat auch dieses Jahr den größten Teil meiner Zeit beansprucht. Hier könnte ich Bände füllen, aber dieses Thema ist nicht in meinem Blog vorgesehen. Glücklicherweise macht mir mein Beruf Freude.(siehe Fotos) Ich denke, dass ein Beruf uns zwingt, die guten Seiten in uns herauszufinden und  zu entwickeln. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob diese Erkenntnis allgemeingültig ist. Ich drücke all jenen die Daumen, die Arbeit suchen oder eine ungeliebte Stelle aufgeben möchten.

Bogensport: Dieses Jahr habe ich wieder fleißig trainiert und am Schießstil gearbeitet. So erreichte ich die höchste Ringzahl meiner Laufbahn und erhielt den Blauen Fita- Stern. Aber ich erlebte auch die tiefsten Tiefen (schlechtestes Ergebnis aller Zeiten 470 in der Halle)  – Das eine war eine herrliche, das andere eine böse Erfahrung.  Im Sommer führten wir das 2. Trainingslager für den Jenaer Verein durch. Da wir auf dem Jenaer Bogensportplatz campen durften, hatten wir ideale Bedingungen. Das Wetter spielte supi mit. Mit dem Weihnachtsschießen in Jena, das Frank souverän in der Vorrunde und im Finalschießen gewann, endete das Sportjahr 2010. Ich hätte eigentlich den Pokal verteidigen müssen, war aber völlig außer Form. Dafür sangen wir, Ralf Schadewald und ich von Pfeil zu Pfeil „Es wollt ein Bauer früh aufstehn“. Das war ansteckend. Nächstes Jahr bringe ich ein paar Liedertexte mit.

Das beeindruckendste Buch wurde für mich 2010: Pargfrieder von Stefan Heym. Das schönste Lied: Over the Rainbow Coverversion 2010

Es gab auch schlimme Momente:  Am 14.04.2010 starb zu meinem großen Bedauern Alice Miller im Alter von 87 Jahren. siehe auch

Für das nächste Jahr wünsche ich allen, die bei ihren Recherchen hierher gelangt sind Gesundheit und Glück, also alles erdenklich Gute.

Wenn Kinder aus dem Haus gehen

Das ist mein Thema, jetzt, in diesen Tagen, da Zeit ist, um nachzudenken. Einerseits war es mir eine große Freude, unsere erwachsen gewordenen Kinder an den Weihnachtsfeiertagen zu bewirten, mit ihnen zu lachen, Filme zu schauen und sie dabei anzusehen, mit ihnen zu reden. Andererseits haben sie ihre eigene Sicht. Das ist okay, aber unglaublich verletztend , wenn sie mir, der Mama sagen, was ich früher mit ihnen falsch gemacht habe.  Ich habe mich nicht gut gekannt bisher, hätte nie gedacht, dass ich mich so beleidigt fühlen kann.  Ratgeber für Eltern

In die Sterne geschaut – Skorpiongeflüster

Einer meiner allerbesten Kolleginnen wurde heute über das Tageshoroskop mitgeteilt, síe soll doch darauf achten, nicht so permanent im Mittelpunkt zu stehen:

und das am 60. Geburtstag, wenn Scharen netter  Kollegen und Kolleginnen in der Zeit von 7.00 bis 16.00 Uhr über sie reden, ihr Ebenbild abbilden, sie zur „alten Schachtel“ erklären, Gesundheit, Glück und alles Gute wünschen, alle guten Eigenschaften aufschreiben, beim Namen nennen, sie in den höchsten Tönen loben , ihr Kerzen anzünden, sie diese auspusten lassen, ihr Blumen, viele Lächeln, Geldscheine, Puzzle , Gutschein und Späße schenken, mit ihr über das jugendliche Alter blödeln und freudig bekunden , wie gut es ist, dass es sie gibt. …

Stadt im Wandel

„Wir bauen auf , wir reißen nieder und haben Arbeit immer wieder.“sagte meine Kollegin Angelika S. spontan am 21.10.2010, als im schönen Nachmittagslicht einer herbstlichen Sonne ein Wohnblock mit ca. 60 Wohnungen nebenan  zertrümmert zu Boden fiel. Gera schrumpft. Viele  Wohnungen, die vor mehr als 20 Jahren noch heiß begehrt waren, haben nun noch Wert für Firmen, die am Abriss verdienen.  Die Natur wird einige Flächen wieder erobern.

Schau hin, schau her,

nun gibt es das Haus nicht mehr…