Lesenswertes

Beiträge mit Schlagwort ‘Books’

Lesevergnügen

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Elena Ferrante fasziniert mich durch ihre ehrliche Art zu schreiben. In den 4 Romanen „Meine geniale Freundin“, „Die Geschichte eines neuen Namens“, „Die Geschichte der getrennten Wege“ und  „Die Geschichte des verlorenen Kindes“ erzählt sie über zwei Frauen, die seit ihrer Kindheit eng befreundet sind. Beide stammen aus ärmlichen Verhältnissen. Sie sind in Neapel geboren und aufgewachsen, geprägt von ihren Familien und ihrem Umfeld. Beide sind jeweils wie eine Art Spiegel für die andere, Maßstab und Unergründlichkeit zugleich. Die vier Bände habe ich wie im Fluge gelesen, obwohl es keine leichte Lesekost ist. Denn alles was geschieht, entspricht nicht dem Klischee vom des Happyends, sondern eher den unvermeidbaren Realitäten des Lebens. Aber: Die Figuren bleiben auch nach der Lektüre im Gedächtnis wach. Sie geben einige Fragen auf, und sie machen das, wofür gute Romane unbedingt sorgen sollten. Sie füllen einige Stunden unseres gewöhnlichen Alltags mit Lesevergnügen.

 

 

 

Link zu einem 5 Sterne Blog

https://karthause.wordpress.com/

Hier ein Blog-Tipp für Büchersucher und solche, die es noch werden wollen.

In „Unterwerfung“ geblättert…

Michel Houellebecq  erzählt in „Unterwerfung“ über einen Mittvierziger, der seinen Lebensunterhalt als Hochschullehrer verdient. Dieser Mann lebt in Paris. Er beschreibt sich selbst als mittelmäßig, schlaff und uninteressiert. Literarischer Ehrgeiz hat für ihn in der Konsumgesellschaft keinen Sinn, Liebe macht keinen Sinn, Sex – ja, aber Frauen sind dazu gemacht, ihn zu verlassen.  Er verachtet seine Eltern und sieht in der Zukunft eine sich selbst auflösende Kultur und Gesellschaft. 2022 ändert sich für ihn alles, denn in seinem Heimatland  Frankreich  stellt eine islamische Front den Präsidenten. Während sich rechte, linke oder in der Mitte befindliche Parteien gegenseitig verabscheuen und ausbremsen, setzen sich die islamischen Parteien durch, schließen ein Bündnis auf der Grundlage ihrer Religion. Dem Romanheld ergeht es dabei schlecht, weil seine Freundin nach Israel ausreist und weil er aus dem Universitätsdienst entlassen wird. Er erhält zwar eine monatliche Pension von 3000…€, aber die Untätigkeit quält ihn. Mit unguten Gefühlen  beobachtet er, wie sich die anderen Kollegen verhalten, teilweise anpassen. Das Dreifache  würde man ihm zahlen, wenn er wieder an die Uni zurück käme. Geld ist genug vorhanden, ein Ölscheich zahlt. Aber es hat sich viel verändert und an den Universitätsdienst sind Bedingungen geknüpft, die allem widersprechen, was bisher galt. An der wieder eröffneten Sorbonne studieren nun meist Männer und wenige ausgewählte, in Schleier gehüllte Frauen. Kinder gehen bis zum 12. Lebensjahr zur Schule. Wer Geld hat, kauft Privatunterricht. Der französische Bildungsetat  wird minimalisiert. Die Frauen verschwinden aus dem Berufsleben.  Dafür erhält die Familie ein hohes Ansehen. Laut Gesetz darf ein Mann bis zu vier Frauen heiraten… Der Held des Romans könnte eine junge 15 jährige Ehefrau nehmen und eine etwas ältere  für die Zubereitung des Essens… Die Frau unterwirft sich dem Mann. Der Mann unterwirft sich seinem Gott…

Lutz Seiler: Kruso

„Kruso“ wurde 2014 mit dem deutschen Buchpreis geehrt. Im Oktober berichteten viele Zeitungen. Beeindruckt hat mich ein sprachgewandter Autor.  Ed, Kruso und Speiche sind seine Helden. Kruso begegnet Ed 1989 auf Hiddensee in einer Geschichte über Selbstfindung, die einem auszehrenden Aderlass gleicht. Was beide in Kindertagen erfahren, später erlebt und gelesen haben, prägt sie und das, was sie in der Geschichte denken und tun. Das Buch hat autobiografische Inhalte und das Schreiben scheint dabei zu helfen,  innere Schlacken aufzubrechen.  Der in Gera geborene Autor Lutz Seiler erzählt eine zeitbezogene, zeitlose Geschichte, die manchmal am schmierigen Boden einer vielgenutzten Küche verharrt, dann aber aufstrebt. Nach dem Lesen bleibt Melancholie und das Nachdenken über die Motive seiner Helden. Wer das Buch nicht liest, sollte zumindest mal auf Hiddensee verweilen. Die Insel ist wunderschön.

Hiddensee   hiddensee 1

Jennifer Lawrence doing archery

The hungry games , die Tribute von Panem  mit der wunderbaren Jennifer Lawrence…

Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen

Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen schildert Dr. Eben Alexander in seinem  Buch „Der Blick in die Ewigkeit“. mehr

Wenn es ums Geld geht – Crowdfunding

Crowdfunding – könnte eigentlich fast alles finanzieren, zum Beispiel Kultur, völlig unabhängig von den offiziellen Fördertöpfen. Würden Sie eine richtig gute Single veröffentlichen, aber es fehlt leider am Geld? Haben Sie ein Drehbuch im Schrank, das vor Spannung knistert, aber keiner will es verfilmen? Selbst hergestellte Kurzfilme, Hörbücher, Theateraufführungen, Spiefilme, Bücher, Geschäftsideen, Forschungen, Songs und Computerspiele könnten bezahlbar werden, auch wenn das Kapital fehlt.  Wie kann das funktionieren? Erstens braucht es eine Plattform, die Projektanbieter und Projektförderer zusammenführt. Sie stellt die Projekte vor und organisiert den Geldtransfer. Zweitens braucht es Projektanbieter, die eine gute Idee umsetzen oder vermarkten wollen. Drittens braucht es Projektförderer, die für ihr persönlich ausgewähltes Projekt spenden oder ein gewünschtes Produkt vorfinanzieren. Wer will, loggt sich als Projektanbieter oder als Projektförderer ein. Die Anbieter haben die Idee und die Arbeit. Viele Förderer spenden kleine oder größere Beträge. Wer spendet, erhält eine Spendenquittung und eine attraktive Gegenleistung.  Die erste Plattform in Deutschland ist die Internetseite http://www.startnext.de/  Die in Dresden ansässige Firma hat eine attraktive, rundherum gut durchdachte Plattform zur Anwendung des Crowdfunding geschaffen.

Die hellen Tage

„Die hellenTage“ von Zsuzsa Bank wurden 2011 im S.Fischer Verlag veröffentlicht. Der Roman beschreibt das Leben dreier Kinder am Rande einer Kleinstadt aus der Sicht einer Frau, die sich an ihre Kindertage und Jugendzeit zurückerinnert. An den poesievollen Schilderungen der Landschaft und der Menschen erkennt man, wie sehr sie mit dem Herzen an den hellen Tagen, den Kindertagen hängt. Sie schreibt: „Ich habe mich oft gefragt, wann wir begonnen haben, die zu werden, die wir als Erwachsene sind.“ Dieser Satz enthält soviel Melancholie über etwas Verlorenes, das durch nichts ersetzt werden kann, dass man vermutet, es müssten ganz besondere reiche Kindertage gewesen sein. Es gibt aber keinen Reichtum und keine Wunder, dafür Freundschaften, Himmel, Wiesen, Bäume, Wege und Spiele im Gras. Was ist das Besondere an diesem Buch? Für mich ist es die Gestalt der Evi. Diese Frau verkörpert vieles, nur eins nicht, das Bild einer Siegerin. Sie ist weder schön, noch begehrt, noch angesehen, noch berühmt oder gar gut betucht. Sie prägt die Geschichte, tritt in Erscheinung mit ihrer sparsamen Art zu leben, zu lieben, und der Fähigkeit, da zu sein für die Kinder mit selbstverständlicher Güte.

Jürgen Todenhöfer bei Bertelsmann

„Teile dein Glück und du veränderst die Welt“ nennt Jürgen Todenhöfer seinen Ratgeber über die besonders erfolgreiche Art, zu leben, veröffentlicht bei C.Bertelsmann. So schreibt er beispielsweise: „Kritisiere nie deine „Punktrichter! Weder im Sport, noch im Studium noch im Beruf! Verzichte darauf, deine Vorgesetzten in den Schatten zu stellen….Sei höflich! Höflichkeit öffnet viele Türen, auch in der Politik…. Höre in wichtigen Streitfragen immer beide Seiten an! Dein Leben wird sonst eine Kette schlimmer Fehlurteile. …“ Die Ratschläge und Aufforderungen münden in einen Katalog der Tugenden. Auf freundliche, sehr persönliche  und interessante Weise beschreibt Jürgen Todenhöfer  seinen Weg, Episoden und Begegnungen aus der Politikerszene in der sich einen Namen gemacht hat. Mich beeindruckte dieser Satz, der viel über den Mensch Jürgen Todenhöfer sagt:“Mein großer Traum ist es mitzuhelfen, dass sich eines Tages in der Weltpolitik der Geist des Rechts und des Friedens durchsetzt.“

Zwei an einem Tag

David Nicholls „Zwei an einem Tag“ ist ein Bestseller. Im April 2011 erschien er erstmals bei Heyne als Taschenbuch. Nun wurde der Roman verfilmt und wird ab November 2011 in den Kinos gezeigt. Emma und Dexter finden sich und schlafen miteinander. Ein wirkliches Miteinander gibt es 20 Jahre lang nicht, denn sie gehen getrennte Wege. Sie arbeiten, verdienen Geld, versuchen Ideale zu verwirklichen und sind bemüht, nicht Singel zu bleiben. Trotzdem treffen sie sich einmal im Jahr an ihrem Tag. Die Geschichte bleibt spannend bis zu letzten Seite. Als Leser begreift man, dass es für Em und Dex nur eines geben kann: ihre große gemeinsame Liebe. Das Buch möchte ich weiter empfehlen und den Film werde ich bestimmt ansehen. Er passt in die Vorweihnachtszeit.   Trayler