Lesenswertes

Beiträge mit Schlagwort ‘Literatur’

Hannah Arendt – mochte das Wetter ohne Schirm

2002 hat Alois Prinz  „Hannah Arendt oder Die Liebe zur Welt“ , eine Biografie voller Fakten und historischer Hindergründe über die Philosophin Hannah Arendt veröffentlicht. (Seit 2013 ist sie wieder etwas bekannter, weil ihr ein Spielfilm gewidmet wurde, in dem Barbara Sukowa Hannah spielt, und Margarete von Trotta die Regie führt.)

1928, mit 22 Jahren, wurde Hannah Arendt Frau Dr. phil.. Sie hatte sich dafür zunächst an der Uni einen Studienplatz zwíschen den damals bevorzugten Männern hartnäckig erbetteln müssen. Bereits als Studentin war Hanna Arendt mit den Philosophen Martin Heidegger und Karl Jaspers befreundet. Martin Heidegger wurde ihr Geliebter: Er hat von ihrer Klugheit profitiert, ließ aber nie zu, dass sie mit ihm über ihre eigenen Veröffentlichungen redete. Geheiratet hat sie Günter Stern. Das Ehepaar lebte im Berlin, 1932. 652000 Menschen gingen damals stempeln… In dieser Zeit schrieb Hannah über Rahel Varnhagen von Ense: „Rahel…hat mit außerordentlicher Schonungslosigkeit und einem völligen Mangel an Verlogenheit alles an sich selbst ausprobiert….Die Rahel wollte, dass das Leben sie trifft, wie ein Wetter ohne Schirm…“. Hannah erlebte in ihrem Leben Wetter und Unwetter dieser Welt. Sie behielt sich eines vor, „…die Liebe zu den wahren Realitäten, als da sind: Liebe, Bäume, Kinder und Musik“…    Webseiten zum Film „Hannah Arendt“

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Gute Nachricht

Wer sich selbst gefunden hat, der kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren.   Stefan Zweig

??????????????????????????????? by Helmut Newton entnommen…..

Märchen – meine Liebe

Die Schriftsteller Jakob und Wilhelm  Grimm schauten den Menschen auf die Münder. Sie hörten zu, lauschten, ließen ihre Fantasie blühen. In ihren Märchen agieren sprechende Tiere, böse Hexen, verzauberte Prinzen, wunderschöne Prinzessinnnen , gute Könige, böse Königinnen, dumme oder schlaue Bauern, fleißige, faule, kluge Bauernmädchen, Müllerstöchter, Zwerge , Riesen, Schneiderlein, Nixen…. Die Brüder erzählen spannende Begebenheiten, in denen immer das Gute siegt. Die bösen Taten werden bestraft, die guten werden belohnt. Welch unvergessliche Verzauberung haben sie mir und ihren unzähligen Leser/innen geschenkt, beginnend bei der ersten Zeile „Es war einmal…“. Jakob Ludwig Karl Grimm wurde am 4.1.1785, sein Bruder Wilhelm am 24. 02.1786  in Hanau geboren. Somit ist der 24.02.2013 ein guter Tag, um mit Dankbarkeit an diese Autoren zu denken.   mehr bei „Gutenberg“

Illustration zu "Frau Holle" von Dorothee Menzel

Illustration zu
„Frau Holle“ von Dorothee Menzel

Jahresrückblick 2011

Das Jahr 2011 ging gefühltermaßen schnell vorbei. Entgegen aller Nachrichten aus Zeitungen und dem Fernsehen, die mich täglich erreichten, hatte ich viele gute Tage, sowohl bei der Arbeit, als auch privat.

Wanderungen, Spaziergänge, hier und da ein Picknik mit Freunden oder eine Radtour brachten Entspannung, und so manches Wochenende wurde zu einem schönen Erlebnis.

Eines Tages klemmte mein Mittel- und Zugfinger in der schweren Eingangstür des Betriebes. Auaaaa!!!!! Der Finger war gebrochen. Die Wettkampfteilnahme rückte in weite Ferne.  Ärzte redeten von Sehnenabriss, Steife und Arthritis, machten mir wenig Hoffnung, jemals wieder schießen zu können. Ganz anders reagierte eine Kollegin, die sich in ihrer Freizeit mit Pferden beschäftigt. Sie brachte getrocknete Beinwellblätter, erklärte, dass man Pferde mit Beinwell heilt und sagte, dass ich den Beinwell um den Finger binden soll. Dann würden die Knochen wieder zusammen wachsen. Danke, liebe Frau B.

Mein Lieblingsbuch in diesem Jahr ist ein Sachbuch.  Es nennt sich „4 Blutgruppen – Vier Strategien für ein gesundes Leben.“ Der Autor Dr. Peter J.D’Adamo arbeitet als Naturheilmediziner. Sein Wissen um die Blutgruppen (0,A,B.AB) führte ihn zu der Erkenntnis, dass die Menschen ihre Gesundheit verbessern, wenn sie  Nahrungsmittel auswählen, die zur Blutgruppe passen und andere vermeiden, die das Blut nicht verträgt. D’Adamos Begründungen haben mich tief beeindruckt. Seit Monaten wende ich die „Blutgruppendiät“ an und teste ihre Auswirkungen. Fast nebenbei habe ich Pfunde abgenommen, was zwar nicht das ursprüngliche Ziel war, aber einen ganz angenehmen Nebeneffekt hat. (Tabelle)

Sehr nachdenklich hat mich das Buch von Jürgen Schreiber “ Gerhard Richter – ein Maler in Deutschland“ gemacht. Gerhard Richter ist berühmt. Seine Gemälde werden teuer verkauft. Einige Bilder zeigen verschwommene schwarz weiß Fotos auf riesigen Leinwänden. Im Buch steht, dass  diese Bilder auch seine Tante Marianne abbilden. Ihre Ärzte, Behörden und Pfleger haben sie  damals, im dritten Reich, dem Euthanasieprogramm zugeordnet und umgebracht. Der Autor Jürgen Schreiber bearbeitet ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte und man kann nur hoffen, dass wir Menschen klüger werden. Seine Kunst zu schreiben und die Kunst Gerhard Richters, auf eine besondere Weise zu malen, erwecken Marianne nicht wieder zum Leben, aber ich denke an sie.

 

Im warmen Spätsommer fuhren wir zu den Mastergames nach Italien. Mein Mann gewann in Lignano eine Goldmedaillie. Er erfüllte sich damit einen großen Wunsch. Ich wollte gerne Venedig sehen und Wandmalereien in Kirchen entdecken.  Venedig zeigte sich sehr vielseitig: Wasserstraßen, morbide Häuser in malerischer Archtektur, einige schräge Sonnenstrahlen auf den Wellen, die Gondeln, ab und an ein Sänger am Ruder. Auch wenn viele  Touristen die Wege bevölkerten, war es herrlich, da zu sein und von früh bis spät dem Treiben zuzuschauen. In Padua belagerten uns dunkelhäutige Einwanderer. Einige unserer Euros wanderten in bittende Hände. An einem sonnigen Tag besuchten wir die Kathedrale St. Antonio in Padua. Viele Gläubige aus aller Welt waren da, um vor den heilsamen Reliquien Wünsche aufzusagen oder zu beten. Ich habe mir z.B. gewünscht, dass unsere Tochter eine Arbeit findet. Das hat wunderbar geklappt. Zwei Wochen später rief ihr jetziger Chef aus Berlin an und sagte, dass sie aus der Bewerberschar für eine Redakteursstelle ausgewählt wurde…

 

 

 

 

Es ist mir ein tiefes Bedürfnis, den Kranken Gesundheit zu wünschen, den Menschen die entlassen worden sind, Arbeit, den Kindern gute Eltern und allen anderen Zufriedenheit.

Die hellen Tage

„Die hellenTage“ von Zsuzsa Bank wurden 2011 im S.Fischer Verlag veröffentlicht. Der Roman beschreibt das Leben dreier Kinder am Rande einer Kleinstadt aus der Sicht einer Frau, die sich an ihre Kindertage und Jugendzeit zurückerinnert. An den poesievollen Schilderungen der Landschaft und der Menschen erkennt man, wie sehr sie mit dem Herzen an den hellen Tagen, den Kindertagen hängt. Sie schreibt: „Ich habe mich oft gefragt, wann wir begonnen haben, die zu werden, die wir als Erwachsene sind.“ Dieser Satz enthält soviel Melancholie über etwas Verlorenes, das durch nichts ersetzt werden kann, dass man vermutet, es müssten ganz besondere reiche Kindertage gewesen sein. Es gibt aber keinen Reichtum und keine Wunder, dafür Freundschaften, Himmel, Wiesen, Bäume, Wege und Spiele im Gras. Was ist das Besondere an diesem Buch? Für mich ist es die Gestalt der Evi. Diese Frau verkörpert vieles, nur eins nicht, das Bild einer Siegerin. Sie ist weder schön, noch begehrt, noch angesehen, noch berühmt oder gar gut betucht. Sie prägt die Geschichte, tritt in Erscheinung mit ihrer sparsamen Art zu leben, zu lieben, und der Fähigkeit, da zu sein für die Kinder mit selbstverständlicher Güte.

Jürgen Todenhöfer bei Bertelsmann

„Teile dein Glück und du veränderst die Welt“ nennt Jürgen Todenhöfer seinen Ratgeber über die besonders erfolgreiche Art, zu leben, veröffentlicht bei C.Bertelsmann. So schreibt er beispielsweise: „Kritisiere nie deine „Punktrichter! Weder im Sport, noch im Studium noch im Beruf! Verzichte darauf, deine Vorgesetzten in den Schatten zu stellen….Sei höflich! Höflichkeit öffnet viele Türen, auch in der Politik…. Höre in wichtigen Streitfragen immer beide Seiten an! Dein Leben wird sonst eine Kette schlimmer Fehlurteile. …“ Die Ratschläge und Aufforderungen münden in einen Katalog der Tugenden. Auf freundliche, sehr persönliche  und interessante Weise beschreibt Jürgen Todenhöfer  seinen Weg, Episoden und Begegnungen aus der Politikerszene in der sich einen Namen gemacht hat. Mich beeindruckte dieser Satz, der viel über den Mensch Jürgen Todenhöfer sagt:“Mein großer Traum ist es mitzuhelfen, dass sich eines Tages in der Weltpolitik der Geist des Rechts und des Friedens durchsetzt.“

Zwei an einem Tag

David Nicholls „Zwei an einem Tag“ ist ein Bestseller. Im April 2011 erschien er erstmals bei Heyne als Taschenbuch. Nun wurde der Roman verfilmt und wird ab November 2011 in den Kinos gezeigt. Emma und Dexter finden sich und schlafen miteinander. Ein wirkliches Miteinander gibt es 20 Jahre lang nicht, denn sie gehen getrennte Wege. Sie arbeiten, verdienen Geld, versuchen Ideale zu verwirklichen und sind bemüht, nicht Singel zu bleiben. Trotzdem treffen sie sich einmal im Jahr an ihrem Tag. Die Geschichte bleibt spannend bis zu letzten Seite. Als Leser begreift man, dass es für Em und Dex nur eines geben kann: ihre große gemeinsame Liebe. Das Buch möchte ich weiter empfehlen und den Film werde ich bestimmt ansehen. Er passt in die Vorweihnachtszeit.   Trayler