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Beiträge mit Schlagwort ‘Otto-Dix-Stadt Gera’

Bilder von Otto Dix entdeckt

Aus dem Nachlass der Tochter von Martha und Hans Koch, der sich gegenwärtig im Besitz einer Enkelin befindet, spürten Mitarbeiter der Galerie Remmert und Barth bisher unbekannte Gemälde von Otto Dix in Oberbayern auf. (dpa) Otto Dix wurde in Gera geboren. Seine Geburtsstadt hat man, ihm zu Ehren, in Otto Dix Stadt Gera umbenannt. Die berühmten Gemälde entstanden Mitte der 20er Jahren, die besten in Berlin.  Er hatte sowohl die Gabe, die Menschen und Landschaften in perfekten Proportionen und intensiver Farbgebungen darzustellen, als auch die Fähigkeit, Bildinhalte extrem zu reduzieren. Ich denke, er lebte indem er malte. Das Verhältnis zu den Frauen war vielleicht schwierig, denn er hat sie nicht sehr schmeichelhaft abgebildet.

Zum 120. Geburtstag von Dix stellt die Galerie Remmert und Barth die jetzt entdeckten Aquarelle zusammen mit rund 50 Dix-Werken aus der Düsseldorfer Zeit von 1920 bis 1925 aus.  (4. September bis 2. Dezember).

Nach ersten Schätzungen könnte ein Gemälde ca. 200 000 € kosten.

                              

Gera ist so eine schöne Stadt…

erzählte mir heute ein Zugereister, der 30 Jahre seines Lebens in Frankurt am Main verbracht hat und nun in Gera lebt. Mir war klar, das ist Geschmackssache und auch eine Frage des Alters. Wer in einer Universitätsstadt leben möchte, sollte nicht nach Gera ziehen. Wer Architektur mag, kommt hier auf seine Kosten. Aus dem Mittelalter sind zwar wenige  Gebäude erhalten. Die Marienkirche (ab 1193), das Rathaus, das Schreibersche Haus (1686-88), das Ferbersche Haus (1755-60)…  Aus dem 18. -20. Jahrhundert sind aber Gebäude des Fürstenhauses Reuss jüngere Linie vorhanden, die ihresgleichen suchen dürften. Das Theater (Jugendstil, 1902  erb. v. Heinrich Seeling), die Orangerie (Barock) der Küchengarten, die 2007 neu gestalteten zwei Prinzenhäuser.(Jugendstil) Nach der BUGA 2007 bilden sie mit dem Stadtpark und der Weißen Elster eine wunderbare Kultur- und  Naturlandschaft, so nahe an der Stadt, wie man es sonst kaum findet. In den Mittelpunkt des Interesses rückt zunehmend die ehemalige Landesbank am Hofwiesenpark, ein Projekt des Stararchitekten David Chipperfield. Statt Landesbank sollte zukünftig Kunsthaus Gera draufstehen, vorausgesetzt, die notwendigen Mittel fließen. Es könnte aber auch sein, dass die erste private Fachhochschule Geras einziehen kann.  Sobald die Sonne scheint, kommen Familien mit Kindern, Liebespaare, Alleinstehende, oder ältere Menschen in den Hofwiesenpark. Junge Leute spielen Beachvolleyball, Minigolf, man liegt im Gras und liest. Kinder spielen. Alte Villen aus der Gründerzeit(1870ff) und Jugendstilhäuser aus den 20igern des vorigen Jahrhunderts sind erhalten geblieben. Manche Hausfassade zeigt die Insignien der Freimaurer. Sehenswert sind auch die Kirchen, z.B. die bis 1715 errichtete, äußerlich barocke, innen im Jugendstil eingerichtete Salvatorkirche. Die historischen Häuser künden  von früheren besseren Zeiten, der Kreativität der Architekten und Baumeister, vom Reichtum der Bürger. Meinen Gesprächspartner störten nicht verlassene und unsanierte Häuser,  die es auch noch gibt. Sein Argument: Man sieht das Morbide und die hellen Fassaden treten daneben deutlicher hervor. Auch die Wohnhäuser  in Lusan, Bieblach /Ost, in Langenberg und im Stadtzentrum, die mehrgeschossigen „Plattenbauten“ (1960 -1989) bewohnt oder unbewohnt, prägen das Stadtbild. In auffälliger Architektur erscheinen  die modernen Kauflandschaften. (1995 – 2000) Sie wirken modernistisch neben den Villen, den historischen  Schulbauten oder den Reihen, Ein- und Zweifamilienhäusern(1950ff/1990ff). An allen Ecken und Enden entstehen neue Wohnsiedlungen, so der Reußpark,(1995) der aus ehemaligen „Russenkasernen“ besteht. Diese wurden umgebaut, zu Wohnungen. Das Wohnviertel liegt etwas schläfrig da, mit nostalgisch wirkenden  Fassaden und einzigartiger Architektur. Die Stadt hat viele Häuser und viele Gesichter. Auch wenn Gera eine Provinzstadt ist, im Osten Deutschlands, im kleinen Thüringen. Man hat hier eine gute Lebensqualität. Das Beste sind sicher die Menschen mit ihrer Art und ihren Besonderheiten.  Der Zugereiste ist eine echte Bereicherung für diese Stadt.

zur Gera Chronik 

 

Prinzenhäuser

Prinzenhäuser

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Stadt im Wandel

„Wir bauen auf , wir reißen nieder und haben Arbeit immer wieder.“sagte meine Kollegin Angelika S. spontan am 21.10.2010, als im schönen Nachmittagslicht einer herbstlichen Sonne ein Wohnblock mit ca. 60 Wohnungen nebenan  zertrümmert zu Boden fiel. Gera schrumpft. Viele  Wohnungen, die vor mehr als 20 Jahren noch heiß begehrt waren, haben nun noch Wert für Firmen, die am Abriss verdienen.  Die Natur wird einige Flächen wieder erobern.

Schau hin, schau her,

nun gibt es das Haus nicht mehr…

Etwas ganz Besonderes

Vergangenes Jahr, 2009, schenkten die Geraer Verkehrsbetriebe den Dauerabbonenten einen Weihnachtskalender. Ein wirklich schönes Exemplar, gestaltet von Ralf Danndorf, Grafiker und Cartoonist, der relativ jung zu sein scheint, aber wegen Witzigkeit bereits ausgezeichnet wurde. Sein Name stand millimeterklein geschrieben auf der Rückseite, so dass die meisten Leute vielleicht gar nicht gemerkt haben, welcher Künstler dieses Unikat geschaffen hat. Er hat den mit der Bundesgartenschau 2007 für die Stadt Gera vollzogenen Stadtumbau in liebevoller Weise einbezogen.  Man sieht die Veränderungen aus der Sicht der Geraer Verkehrsbetriebe, die Stadtbahnlinie 1, die neu geschaffene Station Otto Dix an der Orangerie, den modern gestalteten Hauptbahnhof, eine der neuen Brücken übe die Weiße Elster (Das gelbe Wunder) , den Turm am Biotop, die moderne Haltestelle in Gera Zwötzen, das Verwaltungsgebäude der Geraer Verkehrsbetriebe. Weiterhin erkennt man den zu einer guten Tradition gewordenen Weihnachtsbaum vom Markt und die historische Straßenbahn, also alles Dinge, die Gera ansehnlicher machen. Hier für alle, die nicht so bald nach Gera kommen werden, ein künstlerischer Blick in die Stadt.