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Beiträge mit Schlagwort ‘Rätsel’

Warnung vor Hochwasser

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Es will mir nicht in den Kopf, aber an vielen Orten überschwemmt  der Mairegen die Straßen. Wo bleibt die Sonne?

Botticelli, Engel der Verkuendigung - Botticelli / Angel of the Annunciation - Botticelli, Sandro di Mariano Filipepi,

Schießstil nach Kisik Lee

Kisik Lee war der erste Trainer, der die südkoeranischen Bogensportler/innen an die Weltspitze geführt hat. Die Kontinuität, mit der diese Sportler seit dem Jahr  2000 die Weltspitze dominieren, hat diesen Namen bereits zu Lebzeiten zu einer Legende gemacht. In den letzten Jahren war Kisik Lee für die Nationalmannschaft der USA der Coach. Unter seiner Führung brachten die Amerikaner  Weltspitzenleistungen und wurden zu einer echten Konkurrenz für die erfolgsverwöhnten Bogenschützen aus Südkorea. Wie man auch in kritischen Momenten die Zehn trifft, scheint für sie kein Geheimnis zu sein. Kisik Lee hat den Schießstil neu erfunden. Dass sein Schießstil zur Zeit der erfolgreichste ist, bleibt zweifelsfrei.  weiter: siehe Webseiten Kisik Lee

2 in 1

Heute, am 20.03.2011,  wurden in der Orangerie Gera 2 Ausstellungen eröffnet, „Die Sammlung Behrens – Weise“,  Kunst des 19. Jahrhunderts in der Otto-Dix-Stadt Gera und die Ausstellung „Zwielicht“mit Gemälden von Simone Haak.

Die Behrens-Weise Sammlung besteht aus Gemälden, Landschafts- und Porträtmalerei, Porzellankunst und einer barocke Skulptur. Hans Wilhelm Behrens wurde 1879 als  Sohn eines Kaufmanns in Braunschweig geboren. Als er 1903 in das wirtschaftlich aufstrebende Gera kam, gehörte die Stadt zu den reichsten Städten in Deutschland. Hans Wilhelm Behrens verstand viel von der Wirtschaft, sein Unternehmen brachte ihm ein großes Vermögen. Verheiratet war er 2x mit einer Frau: Margarete Behrens. Das kinderlose Paar lebte in einer großen Villa in der heutigen Straße des Friedens in Gera. Während ihrer Ehen wurden Gemälde und Kunstgegenstände  gekauft.  Margarethe starb 1937. Wer hatte die Gemälde und Kunstgegenstände gekauft? Hans Wilhelm Behrens, seine Frau ? Das kann heute nicht nachvollzogen werden. Sicher ist aber, dass die Sammlung Hans Wilhelm Behrens  gehörte. Der Unternehmer  war bei der SS, was sich daraus schließen lässt, dass in seinem Nachlass auch ein SS Mantel aufgelistet war. Am 2.September 1938 setzte er seinem Leben selbst ein Ende. Nach seinem Tod erhielt eine Alleinerbin das beträchtliches Vermögen von  597 230 Reichsmark. Wer war diese Frau? Anna Weise lernte bei Herrn Behrens den Beruf als Kontoristin, als Verwaltungsangestellte, würde man heute sagen.  Sie wurde 1894 in Gera  Untermhaus in einfachen Verhältnissen geboren. Vermutlich hatte sie eine große Begabung zur Betriebswirtin und – das lässt sich leicht vermuten -eine gute Zusammenarbeit mit ihrem Chef. Mit 44 Jahren war sie Hauptgesellschafterin der Mitteldeutschen Kohlehandelsgesellschaft. Die Verhältnisse änderten sich nach dem 2. Weltkrieg. 1953 zog Anna Weise nach Westberlin. Die Mitteldeutsche Kohlenhandelsgesellschaft wurde unter Treuhänderschaft gestellt. Briefe an den Geraer Bürgermeister, in denen sie mitteilt, dass sie in die DDR zurückkommen wolle, halfen da nicht weiter. Später wurde das Vermögen zu Volkseigentum.  Die Kunstsammlung befand sich damals im Keller des Kohlekontors. Alle Bilder waren mit dem Label Anna Weises nachweisbar gekennzeichnet, die Goldrahmen sicher verwahrt. Die Sammlung wurde in den Kunstbestand der Stadt übernommen und eingelagert.  In der DDR, und nach der Wende, wurde sie teilweise gezeigt, aber nie in diesem Kontext. Anna Weise starb 1984, kinderlos.  Zur Verwaltung und Verwendung des reichen Erbes wurde in ihrem Auftrag die Behrens – Weise – Stiftung gegründet. Das Vermögen dient der Wissenschaft. (Krebsforschung, Treffen von Wissenschaftlern aus verschiedenen Ländern u.s.w.)  Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde die Geraer Behrens-Weise-Sammlung zum Eigentum der Behrens-Weise-Stiftung der Max-Planck-Gesellschaft München.  In diesen Tagen will die Kunstsammlung Gera diese Gemälde und Kunstgegenstände zurückkaufen, unterstützt von Fördermtteln des Landes Thüringen. Erfreulicherweise wird „Die Sammlung Behrens – Weise“,  Kunst des 19. Jahrhunderts,  in Gera zukünftig zu sehen sein. mehr

Eine Etage höher findet man die markanten großformatigen Gemälde von Simone Haak. Diese Malerin der Moderne hat ein unglaubliches Talent. Es lohnt sich, bei ihr reinzuschauen.  Öffnungszeiten: Di. bis So. und an Feiertagen 11 bis 18 Uhr

Anna Weise 

Fotos: Frank Jecke

Gemälde von Simone Haak

Karl Theodor zu Guttenberg nimmt seinen Hut

Nie war das Wort Plagiatsvorwürfe so in aller Munde, wie in diesen Tagen. Ich frage mich, was den Jura Professor Andreas Fischer-Lescano bewegte, die Dissertation Karl Theodor zu Guttenbergs zu überprüfen und die Medien zu informieren. Image, Gerechtigkeitssinn,… Heute legte der Verteidigungsminister alle politischen Ämter nieder, weil er den Plagiatsvorwurf nicht entkräften kann und viele ihn als Politiker ablehnen. (offener Brief) Dieser Schritt ist richtig. Wer weiß, wie zwielichtig Politik funktioniert, wundert sich allerdings über die mediale Entrüstung. Interessant ist:Der Rücktritt steht heute schon bei Wikipedia im Text über das Leben und Schaffen von Andreas Fischer-Lescano.

Herr zu Guttenberg sagte in seiner Erklärung auch, dass die Medien unsere Aufmerksamkeit massiv auf sein Versagen lenken: Ob ich will , oder nicht, Karl zu Guttenberg und sein Problem wird in meine Gedanken implantiert. In diesen Tagen sollte er in der Bundeswehr grundlegende Reformen einleiten. Das Thema geht unter, wie ein Stein im See. Karl Theodor zu Guttenberg meinte es vielleicht ehrlich, als er am Ende seiner Erklärungen sagte: „Es ist der schmerzlichste Augenblick meines Lebens…. Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht.“  Sein Leben geht weiter. Aus der Sicht, dass das, was uns verletzt, uns auch stärken kann,  wünsche ich ihm einen erfolgreichen Aufbruch in die nächste Etappe seines Lebens. Chronologie

Fotos: Reuters

Folgendes kann man bereits heute, am 01.03.2010, dem Tag des Rücktritts  bei Wikipedia unter dem Begriff  Andreas Fischer-Lescano lesen:

Andreas Fischer-Lescano

Indianerweisheit

In mir leben zwei Wölfe. Der eine bringt Licht, Luft, Liebe und Lust.

Der andere bringt Neid, Hass, Finsternis und Angst. Welcher ist stärker? Der, den ich füttere….

Foto.:K.Jecke

Faust: „Und sollt zum Augenblick ich sagen ….“

Amina Gusner (Regie) und Anne-Sylvie König (Dramaturgie) haben im Geraer Theater Goethes „Faust“ auf moderne Weise inszeniert. Die Premiere fand am 01.10. 2010 im ausverkauften Haus statt.

Der vielfältig gelehrte Faust deklamierte am Beginn seinen berühmten Monolog. Er ließ keinen Zweifel daran, dass über Goethes Text hinaus zur heutigen Zeit Bezüge hergestellt werden.

Heiko Senst spielte den Faust mit extensiven Körpereinsatz, einer dominanten Körpersprache, natürlich auch mit den bekannten Texten. Ca. 5% seiner Sätze wichen von Goethes Text ab. Faust agierte aktiv, zeigte die Ambivalenz, einerseits den gelehrten Mann, andererseits die Sucht, etwas zu erleben, sich auch in Abgründe zu begeben. Es bestand keine Minute die Gefahr, ihn zu übersehen, oder nicht zu verstehen. Während Faust in anderen Inszenierungen ruhig dargestellt wird, war es hier umgekehrt. Mephistopheles wirkte ansehnlich, fast gemütlich, nett, etwas träge, witzig und  unheilvoll. Frank Voigtmann spielte die Rolle mit Bühnenpräsenz, ruhigem Minenspiel, das nur selten entgleiste, dann aber Wirkung zeigte. Dass Mephistopheles und Faust ein und dieselbe Person mit verschiedenen menschlicher Eigenschaften verkörperten, wurde durch Gesten und Kleidung klargestellt.

Faust wirkt in den Szenen der Verführung unbeholfen, hölzern. Margarete lässt sich ein, von ihren Gefühlen geleitet.  Nach dem romantischen Beginn der Beziehung folgt der Exzess. Faust ist begeistert, aber unfähig, das Mädchen zu lieben. Er (Faust/Mephisto) benutzt Gretchen, tobt sich aus. Ihre Frage, „Wie hältst du es mit der Religion?“ hätte einen Mann der zur Liebe taugt,  rühren können, weil ein Mädchen mit ihm etwas bereden möchte, was ihr wichtig ist. Faust zerredet den möglichen Moment tatsächlicher Liebe mit Gemeinplätzen und beweist so seine Unfähigkeit, sie zu verstehen.  Gretchen verwandelt  sich an seiner Seite von der reinen schönen Unschuld zur benutzten schuldbeladenen verstoßenen Frau.

Im Gefängnis  beauftragt Faust den Mephistopheles, Margarete aufzufordern, das Gefängnis mit ihnen zu verlassen. In dieser Szene besticht Faust mit seinem “Selbst“, das wieder unreif handelt. Er will Margarete  nicht wirklich wiederhaben. Margarete versteht und zieht den Tod vor.  Vanessa Rose spielte die Margarete hervorragend, einerseits die junge erwartungsvolle, lebenslustige Margarete, das naive Mädchen, die leidenschaftliche,  aggressiv kämpferische, und die  enttäuschte, verfemte Frau.

An diesem Abend wurde gelacht, Mephisto lieferte Slapsticks, es wurde auch getanzt. Auf ungewohnte Art ertönte Musik, vorgetragen von Eva Verena Müller. Olaf Kröger spielte Piano und Stefan Berger den Kontrabass. Der energetische Beifall des Publikums am Ende der Vorstellung wurde mit einem melodischen Swing den alle Schauspieler und Musiker sangen, belohnt und abgerundet.

Allen, die an dieser Vorstellung mitgewirkt haben, möchte ich herzlich danken und für die künstlerische Arbeit das Allerbeste wünschen. Es war ein tolles Erlebnis.

Die Axt

Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.     Franz Kafka

Ich frage mich: Meint Franz Kafka das Buch, welches man selbst schreibt, oder ein Buch das man zufällig liest. FÜR DAS JAHR 2010 WÜNSCHE ICH ALLEN, DIE GEFRORENE MEERE IN SICH TRAGEN, TAUWETTER.